Chirotherapie-Informationen


Anfang

Fachbegriffe

ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Von unserem Redaktionsmitglied Michael Verderber, Stuttgart

Hier finden Sie häufig vorkommende Fachbegriffe aus der Medizin und Chirotherapie, allerdings nicht die Bezeichnungen der Knochen und Gelenke. Diese werden unter Anatomie beschrieben. Die Fachbegriffe sind alphabetisch sortiert, und die Beschreibung findet sich meistens unter dem deutschen Namen und enthält noch andere gängige Bezeichnungen, darunter häufig auch die lateinisch-griechischen Namen und Schreibweisen. Bitte beachten Sie, daß die Umlaute ä, ö und ü in der üblichen Weise als ae, oe und ue einsortiert sind.

Wenn Sie dieses Wörterbuch immer griffbereit haben wollen, können Sie den folgenden Querverweis anklicken: In einem neuen Fenster öffnen.

Bitte melden Sie uns inhaltliche Fehler, Schreibfehler und falsche Querverweise (siehe Impressum).

A:
After, Anus
Der unterste Abschnitt des Mastdarms am Darmausgang, welcher sich normalerweise in der Analfurche zwischen den Pobacken befindet. Durch eine Fehlentwicklung oder eine Operation kann er sich aber auch an einem anderen Ort befinden.
Agnosie
Eine Störung des Erkennens, obwohl die Wahrnehmung an sich erhalten bleibt. Man unterscheidet zwischen akustischer Agnosie – der Unfähigkeit, Gehörtes entsprechend den Hörerinnerungen zu erkennen –, optischer (visueller) Agnosie – bei der Gesehenes nicht anhand der Seherinnerungen eingestuft werden kann –, pragmatischer Agnosie oder Pragmatagnosie – bei der Gegenstände nicht wiedererkannt werden – und taktiler Agnosie (Tastblindheit, Tastagnosie), bei der trotz erhaltenen Tastsinns durch Tasten keine Formen wiedererkannt werden. Agnosien sind Symptome, die einen Hinweis auf den Ausfall bestimmter Hirnregionen geben können.
Akupunktur
Eine aus der altchinesischen Medizin kommende Behandlung, bei der ausgewählte Punkte an der Körperoberfläche mit dünnen Nadeln angestochen werden. Die Nadeln werden eine Zeitlang stecken gelassen und reizen diese Punkte und können so auf Bereiche des Körpers wirken, die ganz woanders liegen. Normalerweise blutet es nicht, wenn die Nadeln wieder gezogen werden.
Akupunktmassage
Eine Massage, mit der gezielt bestimmte Punkte, die aus der Akupunktur bekannt sind, gereizt werden sollen. An die Stelle der Akupunkturnadeln tritt also die Reizung durch Druck und Massage an diesen Punkten.
akut, acutus
Plötzlich einsetzend und heftig, aber meistens von kurzer Dauer.
Allergie
Eine veränderte Empfindlichkeit des Körpers, also eine übersteigerte oder auch zu schwache Reaktion. Im engeren Sinne eine krankhafte Überempfindlichkeit auf einen Reizstoff – das Allergen –, welchen die körpereigene Abwehr bekämpft, obwohl das normalerweise nicht so sein sollte.
Allopathie
Die Heilmethode der Schulmedizin, im engeren Sinne (nach Samuel Hahnemann) die Verwendung von Mitteln, welche beim Gesunden der Krankheit entgegengesetzte Symptome hervorrufen würden. Insoweit ist die Allopathie das Gegenteil der Homöopathie.
ambulant
In der Sprechstunde, ohne stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus, so daß der Patient anschließend wieder nach Hause gehen kann.
Anamnese
Krankengeschichte – Frühere Krankheiten, an die sich der Patient erinnert oder die von Angehörigen mitgeteilt werden, sowie allgemeiner die Lebensgeschichte.
Anatomie
Lehre vom Aufbau und Zustand des Körpers und seiner Gewebe und Organe, auch beim ungeborenen Kind (normale Anatomie). Hinzu kommt die pathologische Anatomie, welche sich mit den krankhaften Veränderungen befaßt. Im weiteren Sinne umfaßt die Anatomie auch noch – aus der Sicht der Gerichtsmedizin – die Veränderungen des Körpers bei Verbrechen (forensische Anatomie). Die Anatomie entstand, als man begann, Leichen zu sezieren.
Aneurysma
Die örtliche, krankhafte und dauerhafte Ausbuchtung der Wand einer vorgeschädigten Arterie oder der Herzwand. Meistens ist sie asymmetrisch, also auf einer Seite stärker.
Apraxie, Apraxia
Die Unfähigkeit, erlernte und zweckmäßige Bewegungen und Handlungen auszuführen, obwohl die Wahrnehmung und Bewegungsfähigkeit an sich erhalten sind. Die Apraxie kann nach der Art der Bewegungen und Handlungen weiter unterteilt werden.
Arterie, Arteria
Schlagader – Ein vom Herzen kommendes Blutgefäß, in dem das Blut mit Druck kommt. Daher pulsiert das Gefäß auch in der Regel und hat eine dreischichtige Wand. Die Arterien des großen Kreislaufes führen hellrotes und sauerstoffreiches Blut aus der linken Herzkammer. Die Arterien des kleinen Kreislaufs (Lungenkreislaufs) – die Lungenarterien, Arteriae pulmonales –, bringen dunkles, sauerstoffarmes Blut aus der rechten Herzkammer in die Lunge.
Arthrose, Arthrosis, Arthronosis
Eine Gelenkserkrankung mit verschiedensten Ursachen, welche vorwiegend zu einer Verschlechterung der Gelenksfunktion führt. Im engeren Sinne ist die Arthrosis deformans (auch als Arthritis deformans, Arthropathia deformans oder Osteoarthrosis deformans bezeichnet) gemeint, eine chronische und schmerzhafte Gelenksveränderung, bei der das Gelenk immer schlechter arbeitet und die durch eine zu starke Belastung gegenüber der Tragfähigkeit des Gelenks verursacht wird. Eine Unterform der Arthrosis deformans ist die Altersarthrose (als primäre oder idiopathische Arthrose bezeichnet) durch Abnutzung des Gelenks, vor allem des Hüft- und Kniegelenks.
Asthma
Starke Atemnot, die in Anfällen auftritt. Im engeren Sinne ist das Bronchialasthma (Astma bronchiale) gemeint, welches durch eine Verengung der Atemwege entsteht, die beispielsweise durch durch Verkrampfung oder krankhafte Schleimabsonderung hervorgerufen werden kann und im Allgemeinen aus Allergien hervorgeht. Daneben gibt es das Herzasthma (Asthma cardiale) – bei Stauungen im kleinen Blutkreislauf zwischen Herz und Lunge wegen Herzschwäche –, das Asthma nasale – das durch Erkrankungen der Nasenhöhle ausgelöst wird –, das Asthma uriaemicum – welches durch Flüssigkeit in der Lunge wegen Nierenschwäche entsteht – und schließlich das Wurmasthma (Asthma verminosum) – eine Art des Bronchialasthmas, die durch allergische Reaktionen bei Wurmbefall hervorgerufen wird.
Auslöserpunkt
Schmerzhafter Reizpunkt für die Muskulatur, auch Triggerpunkt genannt. Es handelt sich also um einen Muskelschmerzpunkt mit Fernwirkung. Er ist als stark druckschmerzhafte Muskelverhärtung tastbar, wobei noch eine zusätzliche Schmerzausstrahlung hinzukommt. Auslöserpunkte treten häufig zusammen mit Blockierungen auf.
 
 
B:
Bandscheibe, Discus intervertebralis
Eine Bandscheibe besteht aus einem äußeren Faserring , welcher von spiralig aufgewickelten, straffen Fasern gebildet wird und einem weichen Kern aus Gallerte. Sie federt jeweils zwei Wirbelkörper der Wirbelsäule gegeneinander ab und sorgt für eine elastische Verbindung.
Bandscheibenvorfall, Bandscheibenprolaps, Bandscheibenhernie, Diskushernie
Das Hervorquellen des weichen Bandscheibenkerns, zeitweilig oder – wenn der umgebende Faserring zerreißt – dauernd. Je nachdem, wie weit die Bandscheibe sich vorwölbt, spricht man von einer Vorwölbung (Protrusion) oder von einem Vorfall (Prolaps). Die Veränderungen können in der Mitte (medial) in den Wirbelkanal mit dem Rückenmark reichen oder seitlich (lateral) gegen die Wurzel der abzweigenden Nervenbahn drücken. (Siehe Schematische Darstellung in neuem Fenster.)
Bechterewsche Krankheit, Morbus Bechterew, Spondylarthritis ankylopoetica
Chronische, schädigende und hauptsächlich bei Männern vorkommende Entzündung der Wirbelsäulengelenke einschließlich der Bandscheiben und wirbelsäulennaher Gelenke (etwa der Rippen-Wirbel-Gelenke und des Kreuzbein-Darmbein-Gelenks) mit krankhafter Vermehrung des Bindegewebes und Verknöcherung. Benannt nach Wladimir Michailowitsch von Bechterew (1857-1927), einem Neurologen aus St. Petersburg in Rußland.
Beckenschiefstand
Davon spricht man, wenn das Becken auf der einen Seite tiefer gestellt ist, begleitet von einer Skoliose oder einer echten oder scheinbaren Beinlängendifferenz. Der Beckenschiefstand kann angeboren sein oder durch Hüftgelenkserkrankungen entstehen; in den meisten Fällen ist aber eine Blockierung – insbesondere der Halswirbelsäule – die Ursache. Ein Beckenschiefstand führt dazu, daß sich die Gesäßfalten und die Grübchen am Kreuzbein auf beiden Seiten unterschiedlich ausbilden.
Behandlung
Alles, was der Arzt oder ein Heilkundiger unternimmt, um eine Krankheit zu heilen oder zu bessern, im weiteren Sinne auch vorbeugende Maßnahmen. Siehe auch Therapie.
Beinverkürzung, Beinlängendifferenz
Wirkliche Verkürzungen eines Beines gegenüber dem anderen Bein gibt es nur selten. Längenunterschiede bis 1,5 cm können durch entsprechende Bewegungen ausgeglichen werden. In den meisten Fällen handelt es sich aber um eine scheinbare Beinverkürzung, deren Ursache ein Beckenschiefstand ist.
Beschäftigungstherapie, Ergotherapie
Handwerkliche und künstlerische Tätigkeit als Therapie unter Anleitung, um insbesondere die Bewegungen zu schulen.
Beweglichkeit, Mobilität
An einem Gelenk unterscheidet man zwischen aktiver und passiver Beweglichkeit. Die aktive Beweglichkeit ist der größtmögliche Bewegungsspielraum, der durch eigene Bewegung (also den Einsatz der Muskulatur) erreicht  werden kann. Die passive Beweglichkeit ist größer, weil das Gelenk noch etwas natürlichen Spielraum hat, und wird erreicht, wenn das Gelenk von außen (beispielsweise durch den behandelnden Arzt) bewegt wird. Der Begriff der Mobilität entspricht, wenn er im engeren Sinne gebraucht wird, der aktiven Beweglichkeit, ansonsten ist er gleichbedeutend mit der Beweglichkeit.
Bindegewebe, Textus connectivus
Gewebe, das aus Zellen und Interzellularsubstanz besteht und als Füllmaterial zwischen den Organen, als Hülle, als Speicher (etwa für Fett, dann als Fettgewebe bezeichnet), als Halterung und Stützgewebe, als Träger für Blutgefäße und Nervenbahnen und so weiter dient. Zum Bindegewebe gehören auch Knochen und Knorpel. Bindegewebe entsteht während der Entwicklung des Keims aus dem mittleren Keimblatt. Je nachdem, wie die Interzellularsubstanz und die Zellen aufgebaut und angeordnet sind, unterscheidet man verschiedene Arten von Bindegewebe.
Im engeren Sinne versteht man unter Bindegewebe das ungeformte Binde- und Stützgewebe, welches beispielsweise das Fettgewebe und faseriges Bindegewebe umfaßt, das locker oder auch straff sein kann. Als Stützgewebe im engeren Sinne sieht man das geformte Binde- und Stützgewebe an, zu dem Faserbündel wie Sehnen und Bänder sowie die Knorpel- und Knochengewebe gehören.
Bindegewebsschwäche
Eine durch Veranlagung (beispielsweise Vererbung) bedingte Minderwertigkeit des Stützgewebes, welche für entsprechende Schäden anfällig macht, wie Krampfadern, Hernien oder  zu locker hängende Organe. Siehe auch Bindegewebe.
Blockierung, Blockade
Eine Funktionsstörung eines Gelenks, die sich üblicherweise durch verminderte Beweglichkeit, eine gesperrte Richtung, Verspannungen und Schmerzen bemerkbar macht. Nach derzeitigem Erkenntnisstand wird sie durch gestörte Reflexe ausgelöst, die von Schadensmeldern (Nocizeptoren) der Gelenke ausgehen, beispielsweise den kleinen Wirbelgelenken in der Wirbelsäule. (Siehe Schema der Nocizeptorenreizverarbeitung in neuem Fenster.) Das Beseitigen einer Blockierung durch chirotherapeutische Handgriffe nennt man auch das Lösen der Blockierung.
Blutgerinnsel
Eine Masse geronnenen Blutes, und zwar nach der Phase der Blutgerinnung, in welcher sich das Gerinnsel zusammenzieht und Flüssigkeit abgibt. Geht ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß auf Wanderschaft, kann es Gefäße verschließen und schwere Schäden hervorrufen, beispielsweise einen Schlaganfall.
Bronchie, Bronchus
Eine der Luftleitungen, die sich – beginnend am Ende der Luftröhre – immer weiter in die Lunge verzweigen, und zwar zunächst mit zwei Hauptästen, dem rechten (Bronchus principalis dexter) und dem linken (Bronchus principalis sinister).
 
 
C:
Chirotherapie
Die Behandlung von Funktionsstörungen am Bewegungsapparat und den Gelenken, insbesondere denen der Wirbelsäule, die sich zurückbilden können. Dies geschieht hauptsächlich durch gezielte Handgriffe. Die Chirotherapie wurde von Dr. Karl Sell und anderen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg aus Elementen der Osteopathie und der Chiropraktik entwickelt und seitdem ständig verbessert. Insbesondere wurden neue Griffe für die Halswirbelsäule entwickelt, um Gefahrenquellen auszuschließen. Die Chirotherapie wird von Ärzten ausgeübt. Es gibt drei klassische Möglichkeiten, wie der Chirotherapeut mit der Hand eingreifen kann, nämlich die Massage, die Mobilisation und die Manipulation. Die Zusatzbezeichnung „Chirotherapie“ für entsprechend ausgebildete Ärzte gibt es in Deutschland seit 1976 (zumindest in Westdeutschland).
Chirotherapeut
Ein Arzt, der durch Weiterbildung die Zusatzbezeichnung „Chirotherapie“ erworben hat.
Chiropraktik
Eine von Chiropraktikern, die normalerweise keine Ärzte sind, ausgeführte Behandlung durch Handgriffe ähnlich der Chirotherapie. Die Chiropraktik ist eine Schule, die auf den amerikanischen Gemischtwarenhändler D. D. Palmer zurückgeht, der als Laienbehandler tätig war. Palmer hatte Verbindungen mit Dr. Andrew Still, der die Osteopathie begründete, und schuf 1895 die erste Chiropraktiker-Schule in den Vereinigten Staaten von Amerika. Deren Absolventen nennen sich inzwischen auch Chiropraktoren, um sich von anderen Schulen zu unterscheiden. Die Chiropraktik ist vor allem in den Vereinigten Staaten weit verbreitet und auch in der Schweiz anerkannt. Chiropraktiker müssen in Deutschland ihre Zulassung nach dem Heilpraktikergesetz erwerben.
Chirurg
Facharzt für Chirurgie.
Chirurgie
Dieses Gebiet der Medizin umfaßt die Erkennung und Behandlung von Krankheiten, Unfallfolgen und Fehlbildungen, die sich durch Krafteinwirkung (zum Beispiel beim Einrenken eines ausgerenkten Gelenks) oder durch „blutige“ Eingriffe in den Körper mit Hilfe von Instrumenten beheben lassen. Siehe auch Operation.
chronisch, chronicus
Sich langsam entwickelnd, schleichend und langwierig.
Computertomographie, CT
Mit einem dünnen Bündel von Röntgenstrahlen wird eine bestimmte Schicht aus verschiedenen Winkeln aufgenommen und daraus mit Hilfe eines Rechners ein Bild ermittelt. Eine solche Aufnahme heißt Computertomogramm.
 
 
D:
Deformation, Deformierung
Eine verunstaltende Formveränderung eines Körperabschnitts oder Organs nach der Geburt. Siehe auch Deformität.
Deformität
Der Zustand, wie er sich aus einer Deformation ergibt. Im weiteren Sinne ist aber auch jede angeborene Mißbildung gemeint.
Degeneration, Degeneratio
Verschlechterung gegenüber dem Normalzustand im Aufbau und in der Funktion, insbesondere Zellschäden durch gestörten Stoffwechsel.
Depression, Depressio
Dieses Wort hat gleich mehrere Bedeutungen. Zunächst einmal meint man damit ein örtliches, krankhaftes Einsinken der Oberfläche des Körpers oder eines Organs. Außerdem wird es für das Absenken des Normaldrucks zum Unterdruck verwendet. Am bekanntesten ist es aber als Bezeichnung einer seelischen Störung mit einer gedrückten, pessimistischen und traurigen Stimmung, teilweise mit Angst und Selbstmordneigung verbunden – in diesem Sinne verwenden wir es normalerweise auch. Im engeren Sinne versteht man darunter die endogene Depression, für welche keine körperliche Erkrankung oder ein äußerer Anlaß als Ursache erkennbar ist.
Diagnose, Diagnosis
Befund – Die Benennung eines Krankheitsbildes entsprechend den systematischen Bezeichnungen in der Medizin. Siehe auch Diagnostik.
Diagnostik
Alles, was getan wird, um eine Krankheit zu erkennen und entsprechend den Bezeichnungen der Medizin zu benennen. Dazu gehören Untersuchungen und die Erhebung der Anamnese durch Befragung des Patienten. Siehe auch Diagnose.
diskret
Im klinischen Sprachgebrauch meint man damit „mit wenig auffallenden Symptomen“.
Dreimonatskolik
Eine Bezeichnung für eine wiederkehrende Schmerzattacke beim Säugling mit stundenlangem Schreien. Dreimonatskoliken gehören zu den möglichen Symptomen des KiSS-Syndroms.
Dysgnosie
Hierunter versteht man eine Störung der Fähigkeit, Formen zu erkennen, also eine leichte Agnosie, in der Psychologie auch einen Intelligenzmangel.
Dyskalkulie
Schwierigkeiten beim Rechnen wegen einer Leseschwäche oder als Folge einer Hirnerkrankung.
Dysphonie, Dysphonemie, Dysphonia
Störung der Stimmbildung bei einer Fehlfunktion oder Erkrankung des Kehlkopfes oder allgemein die heisere, rauhe oder belegte Stimme. Im engeren Sinne ist die gestörte Singstimme gemeint.
Dysplasie
Eine Fehlgestaltung oder Fehlbildung, die sich aus einer gestörten Formentwicklung des Organs oder Gewebes ergibt.
Dyspraxie
Leichte Apraxie.
 
 
E:
Epicondylitis
Entzündung oder Funktionsverschlechterung im Bereich eines Epicondylus. Im Falle der Funktionsverschlechterung oder gar Schädigung spricht man von einer Epicondylopathie (Epicondylopathia). Siehe auch Tennisellbogen.
Epicondylopathie, Epicondylopathia
Siehe Epicondylitis.
Epicondylus
Der einem Gelenkknorren aufsitzende Knochenvorsprung, an dem Muskeln beginnen oder ansetzen.
 
 
F:
Facialisnerv, Nervus facialis
Ein Gesichtsnerv, der die Gesichtmuskulatur sowie die Speichel- und Tränendrüsen steuert und außerdem für das Geschmacksempfinden und für das Gehör zuständig ist. Schädigungen können somit zu Gesichtslähmungen, Hör- und Geschmacksstörungen führen und die Tränendrüsen versiegen lassen.
Freie Richtung
Eine Bewegungsrichtung an einem blockierten Gelenk, die nicht gesperrt ist, bezeichnet man als freie Richtung. In dieser Richtung ist das Gelenk also voll beweglich. Wenn es keine freie Richtung gibt, ist die Chirotherapie nicht anwendbar.
 
 
G:
Gelenk
Ein Gelenk gibt es eigentlich immer dort, wo zwei oder mehrere Knochen aneinanderstoßen, so daß sie mehr oder weniger gegeneinander bewegt werden können. Gelenke werden normalerweise von Sehnen und Bändern zusammengehalten.
Gesichtsasymmetrie
Schiefes Gesicht – Unterschiedliche Ausprägung der beiden Gesichtshälften mit Gesichtszügen, die sich stark unterscheiden können, oder gar mit Größenunterschieden zwischen beiden Hälften. Dies sieht man besonders deutlich auf Fotomontagen, wo neue Gesichter aus der einen Gesichtshälfte und deren Spiegelbild zusammengebaut werden und entsprechend aus der anderen Gesichtshälfte. Gesichtsasymmetrien können eine Folge von Blockierungen der Halswirbelsäule, vor allem im frühen Kindesalter (siehe KiSS-Syndrom) sein.
Gesichtsnerv
Es gibt zwei Nerven im Gesicht. Der Trigeminusnerv ist für die Wahrnehmung (wie Berührungsreize) zuständig, während der Facialisnerv die Gesichtsmuskeln steuert.
Gesperrte Richtung
Während ein Gelenk normalerweise einen elastischen Anschlag hat, wenn man es passiv bewegt (also durch jemanden anders bewegen läßt), endet bei einer Blockierung normalerweise die passive Bewegung abrupt, so als ob man gegen eine Wand stößt. Eine solche Bewegungsrichtung bezeichnet man als gesperrte Richtung. (Siehe auch freie Richtung.)
Gynäkologe
Frauenarzt – Facharzt für Gynäkologie.
Gynäkologie
Frauenheilkunde – Lehre von den weiblichen Geschlechtsorganen und der Geburtshilfe.
 
 
H:
Halswirbelsäulensyndrom, HWS-Syndrom, Zervikalsyndrom, Cervikalsyndrom
Sammelbegriff für die Beschwerden, die von einer Erkrankung, Verletzung oder Blockierung der Halswirbelsäule ausgehen können.
Hernie, Hernia
Eingeweidebruch – Die Verlagerung eines Organs aus seiner natürlichen Körperhöhle durch eine Lücke (die Bruchpforte, die auch angeboren sein kann) nach außen in eine Ausstülpung (den Bruchsack), die bereits vorhanden ist oder sich erst durch die Verlagerung bildet. Verlagerung kann anfangs auch nur vorübergehend sein. Bekannte Hernien sind der Nabelbruch durch den Bauchnabel und der Leistenbruch in den Hodensack.
Hexenschuß, Lumbago
Ein Kreuzschmerz, der durch Selbstreizung der Nerven in der Lendenwirbelsäule ausgelöst wird. Er setzt meist plötzlich ein, ist meist stechend und zunächst auf Abschnitte beschränkt, ohne daß die Nervenwurzeln des Ischiasnervs gereizt sind. Der Hexenschuß ist häufig mit dem Lähmungsgefühlen, gezwungener Haltung, eingeschränkten Bewegungen und dauernd angespannter Muskulatur verbunden.
Hörsturz
Plötzlich auftretende Schwerhörigkeit im Innenohr, die bis zur Taubheit reichen kann. Im engeren Sinne ist der idiopathische Hörsturz gemeint, der durch Durchblutungsstörungen (wie beispielsweise Gefäßverstopfungen) ausgelöst wird.
Homöopathie
Eine 1796 entdeckte und 1810 von Samuel Hahnemann eingeführte Heilmethode mit zwei Grundsätzen. Der erste ist das Ähnlichkeitsprinzip (Simileprinzip), wonach die Arznei so gewählt wird, daß sie ähnliche Symptome hervorruft, wie sie bei der zu bekämpfenden Krankheit auftreten. Der zweite ist die Dosierung in abgestuften Verdünnungen (Potenzen), wobei höheren Verdünnungen eine stärkere Wirkung zugeschrieben wird. Letzteres gilt aber nur für die klassische Homöopathie; eine andere Richtung, die man als Homöotherapie bezeichnen könnte, lehnt die starken Verdünnungen ab. Die Arzneimittel werden nach den Vorschriften des Deutschen Homoöpathischen Arzneibuches (HAB) zubereitet und verdünnt. Siehe auch Allopathie.
Hormon
Signalstoff – Ein chemischer Stoff, der von bestimmten Zellen und Geweben des Körpers gebildet wird (ohne ihn zu verbrauchen) und als Bote dient, um bestimmte Vorgänge auszulösen. Hormone spielen beispielsweise beim Monatszyklus der Frauen eine wichtige Rolle.
 
 
I:
Immunisierung
Das Erzeugen einer Immunität, und zwar entweder durch aktive Immunisierung (Feiung), wobei der Körper mit den zu bekämpfenden Fremdkörpern oder zumindest typischen Bestandteilen davon in Berührung kommt und sich darauf einstellen kann, oder durch passive Immunisierung, bei welcher die zur Abwehr nötigen Eiweißbausteine zugeführt werden, was aber kaum länger als einen Monat hält.
Immunität
Bereitschaft des Körpers, Fremdkörper und eindringende Kleinlebewesen zu bekämpfen. Dazu stehen ihm bestimmte Eiweißkörper (Antikörper) und Abwehrzellen zur Verfügung. Siehe auch Immunisierung.
Infekt
Darunter versteht man eine Infektion oder eine Infektionskrankheit. Siehe Infektion.
Infektion
Ansteckung – Kleinlebewesen wie Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten dringen in den Körper ein vermehren sich dort. Je nach Art der eindringenden Lebewesen, dem Ort des Eindringens und der Abwehrbereitschaft des Körpers kann es zu einer Krankheit kommen – der Infektionskrankheit –, zu einer stummen Infektion – bei der man ohne Krankheitserscheinungen immun wird – oder zu einem Zusammenleben, das unschädlich oder gar zum beiderseitigen Vorteil ist. Für das Letztere sind die Darmbakterien ein Beispiel.
Infiltration, Infiltrierung
In der Pathologie meint man das krankhaft vermehrte Eindringen von Zellen und Flüssigkeiten in die Zwischenräume zwischen den Organen und Geweben oder gar in das Innere der Zellen selbst.
Der Begriff wird aber auch für das Einbringen von Flüssigkeiten mittels Injektion gebraucht. Eine Behandlung durch Infiltration eines Medikaments heißt Infiltrationstherapie. Eine Infiltrationsanästhesie ist eine Lokalanästhesie, bei der ein bestimmtes Gebiet mit einem Lokalanästhetikum durchtränkt oder durch einen umgebenden Ring von Einspritzungen betäubt wird.
Infusion
Langsames Einbringen einer großen Menge an Flüssigkeit in den Körper, und zwar meist tropfenweise über eine Hohlnadel. Dies kann in ein Blutgefäß geschehen (intrarterielle Infusion in eine Arterie, intravenöse Infusion in eine Vene) und seltener in den Darm über den After (rektale Infusion), unter die Haut (subkutane Infusion) oder in den Knochen (intraossale Infusion), beispielsweise das Brustbein.
Injektion, Injectio, Iniectio
Einspritzen – Ein schnelles Einbringen einer Flüssigkeit in den Körper, meist mit einer Spritze, die eine Hohlnadel hat. Man kann in ein Blutgefäß spritzen (intrarterielle Injektion in eine Arterie, intravenöse Injektion in eine Vene), in ein Gelenk (intraartikuläre Injektion), in (intrakutane Injektion) oder unter die Haut (subkutane Injektion), möglichst tief in einen Muskel (intramuskuläre Injektion) und so weiter.
Internist
Facharzt für Innere Medizin, also ein Spezialist für innere Krankheiten.
Interzellularsubstanz
Stoffe, die von den Körperzellen gebildet und in den Raum zwischen den Zellen ausgeschieden werden, um das Gewebe mit aufzubauen. Die Interzellularsubstanz kann Fasern bilden – und heißt dann geformte Interzellularsubstanz – oder als ungeformte Interzellularsubstanz ohne Struktur bleiben und als eine Art Kitt die Fasern einschließen und verbinden. Beide Arten treten stets gemeinsam auf, und zwar besonders in Knorpeln und Knochen.
Intubationsnarkose
Dies ist eine Narkose, bei der das Narkosemittel in der Atemluft enthalten ist und über einen Schlauch direkt in die Luftröhre oder die Bronchien eingeführt wird. Sie wird meist mit einer Muskelentspannung kombiniert. Durch die Intubationsnarkose werden die Luftwege freigehalten, es können keine Fremdkörper eingeatmet werden, und die Atmung wird erleichtert.
Irritationszone
Eine Verhärtung, die im Bereich einer Blockierung der Wirbelsäule ertastet werden kann. Sie entsteht durch Anspannung der tiefen Rückenmuskulatur. Die Größe ist verschieden. An der Halswirbelsäule ist sie meist erbsengroß bis bohnengroß. An der Lendenwirbelsäule ist sie oft bis eigroß und walzenförmig.
Ischias
Kurzbezeichnung für den Ischiasnerv oder das Ischiassyndrom.
Ischiasnerv, Nervus ischiadicus
Ein Nervenast, der vom Steißbein und den unteren Lendenwirbeln her kommend aus dem Becken zur Kniekehle verläuft. Dort teilt er sich ein zwei Äste auf, von denen der eine (Nervus peroneus communis oder Nervus fibularis) am Wadenbein entlang zum Fußrücken gelangt, während der andere (Nervus tibialis) dem Schienbein folgt und schließlich die Fußsohle erreicht. Der Ischiasnerv ist für die Muskelsteuerung und die Hautreize des Unterschenkels und des Fußes zuständig und steuert auch Teile der Oberschenkelmuskulatur.
Ischiassyndrom, Lumbago-Ischias-Syndrom, Cotunnius-Syndrom
Ein Syndrom, bei dem die Nervenwurzeln im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeines gereizt sind, mit Schmerzen, die plötzlich und beim Dehnen auftreten. Außerdem ist die Wahrnehmung im Bereich des Ischiasnervs (also in den Beinen) gestört, die Reflexe und die Bewegungssteuerung können ausfallen, und im Gewebe kann sich Wasser sammeln. Hinzu kommen dauernde Muskelanspannung und eine Versteifung der Wirbelsäule, eventuell auch eine Skoliose. Das Ischiassyndrom wird meist durch einen Hexenschuß angekündigt und meistens durch Bandscheibenvorfälle verursacht.
 
 
J:
juvenil
Jugendlich, im Jugendalter auftretend.
 
 
K:
Keim, Embryo
Eine Bezeichnung für das ungeborene Kind am Anfang seiner Entwicklung aus der befruchteten Eizelle, und zwar, bis sich die Organe herausbilden, was etwa am 84. Schwangerschaftstag (also gegen Ende des dritten Schwangerschaftsmonats) erreicht ist.
Keimblatt
Während der Keimentwicklung bildet eine befruchtete Eizelle durch ständige Zellteilung zunächst eine Hohlkugel (Blasenkeim, Blastula), die sich dann einstülpt wie ein Gummiball, den man bis zu seiner gegenüberliegenden Wand eindrückt. Diese Einstülpung (Becherkeim, Gastrula) bildet drei Zellschichten, die Keimblätter genannt werden: Das äußere Keimblatt (Ektoderm) entwickelt sich später zu Haut, Nerven, Sinnesorganen und Drüsen; das innere Keimblatt (Entoderm) wird zum Darm und den anhängenden Organen; das dazwischen liegende mittlere Keimblatt (Mesoderm) bildet sich zu Muskeln, Blutgefäßen, Bindegewebe, Knochen, Knorpel und Ausscheidungsorganen um.
Kernspintomographie, Kernspinresonanztomographie, NMR, MRT
Ein Verfahren, mit dem man Bilder aus dem Körperinneren gewinnen kann. Dazu werden starke Magnetfelder und schwache Radiowellen verwendet. Dies veranlaßt die Protonen in den Atomkernen vor allem des Wasserstoffs (der in Wasser und Fett enthalten ist), sich entsprechend auszurichten. Nach dem Abschalten des Magnetfelder und Radiowellen fallen die Protonen wieder in ihre ursprüngliche Ausrichtung zurück und strahlen dabei elektromagnetische Wellen ab, die man messen und zu Bildern verarbeiten kann. Dabei kann man deutlich erkennen, wo viel Wasserstoff (also Wasser und Fett) vorhanden ist und wo nicht.
KiDD-Syndrom
KiDD ist eine Abkürzung für „Kopfgelenksinduzierte Dyspraxie und Dysgnosie“, also durch Kopfgelenksblockierungen hervorgerufene Koordinierungsstörungen bei Bewegungen (Dyspraxie) und gestörte Erkennung von Formen (Dysgnosie). Das KiDD-Syndrom ist typischerweise eine Spätform des KiSS-Syndroms, wenn dieses unbehandelt bleibt und die Kinder älter werden. (Siehe auch Syndrom.)
KiSS-Syndrom
KiSS ist eine Abkürzung für „Kopfgelenksinduzierte Symmetriestörung“, also eine durch Kopfgelenksblockierungen hervorgerufene Störung der Körperhaltung. Das KiSS-Syndrom tritt im Säuglingsalter auf; die Blockierungen entstehen meist während der Geburt, aber auch vorgeburtliche Blockierungen werden diskutiert. Man unterscheidet zwei Hauptformen. Bei KiSS I steht die Rumpf-Fehlhaltung nach einer Seite im Vordergrund. Die Wirbelsäule ist nach rechts oder links gekrümmt (C-Skoliose), was auch als Bananenhaltung bezeichnet wird. Bei KiSS II steht die Überstreckung des Kopfes nach hinten im Vordergrund. Das Kind schaut immer nach oben und verweigert die Bauchlage. Meistens handelt es sich um Mischformen. Das KiSS-Syndrom äußert sich unter anderem in Schlaflosigkeit und Schreiattacken oder aber übertriebenem Schlafbedürfnis und Bewegungsfaulheit. Hinzu kommen Entwicklungs- und Bewegungsstörungen. Wird es nicht chirotherapeutisch behandelt – was frühestens im Alter von drei Monaten geschehen sollte –, so tritt als Spätform das KiDD-Syndrom auf. Im Erwachsenenalter kann es unter anderem zu Gesichtsasymmetrien kommen. (Siehe auch Syndrom.)
Knorren, Condylus
Kugelig abgerundetes Ende eines Knochens in einem Gelenk. Solche Knorren gibt es am Oberarmknochen im Ellbogengelenk, am Oberschenkelknochen im Kniegelenk gegenüber dem Schienbein und am Schädelknochen beiderseits des Rückenmarks für Nickbewegungen.
Kolik
Das krampfhafte Zusammenziehen der Muskulatur eines Bauchorgans, verbunden mit wehenartigen Bauchschmerzen, möglicherweise auch Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüchen und so weiter. Koliken können bei der Galle, dem Darm, aber den Harnleitern auftreten.
Komplikation
Als Komplikation bezeichnet man eine außerordentliche Abweichung vom normalen Verlauf der Grundkrankheit, die zu einer Verschlechterung führt und meistens mit besonderen Symptomen verbunden ist. Auch bei der Chirotherapie kann es Komplikationen geben, wenn auch sehr selten. Als eine davon wird das Wallenbergsyndrom diskutiert.
Krampfader, Varize, Varix
Die Aufweitung und Schlängelung einer Vene infolge nicht richtig schließender Herzklappen, die als Ventile beim Herzschlag verhindern sollen, daß das Blut unter Druck in die Venen zurückströmt, oder wegen zu schwacher Gefäßwand. Kampfadern können (erblich) veranlagt sein oder beispielsweise durch einen Blutstau nach einem Gefäßverschluß entstehen.
kranial, cranial, cranialis
Dieses Wort kann entweder „zum Schädel gehörend“ oder „kopfwärts gelegen“ bedeuten.
Krankengeschiche
Siehe Anamnese.
Krankheitsbild
Die Art und Weise, wie sich eine Krankheit darstellt und bemerkbar macht, also die Gesamtheit der Symptome. Ein Krankheitsbild ist ein wichtiger Hinweis darauf, welche Krankheit vorliegt, aber oft haben mehrere Krankheiten ein gleiches oder ähnliches Krankheitsbild. Der Begriff des Krankheitsbildes  wird aber auch als Sammelbegriff für eine Gruppe von Krankheitsbildern gebraucht, die sich nur unwesentlich unterscheiden. (Siehe auch Symptomenkomplex, Syndrom.)
Krankheitszeichen, Zeichen, Krankheitsmerkmal
Siehe Symptom.
Kreuzschmerz
Im Bereich des Kreuzbeins ein- oder beidseitig auftretender Schmerz, der dumpf und drückend ist und bis in die Beine oder die Leiste ausstrahlen kann. Oft sind auch die Lendenwirbelsäule und das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk betroffen. Als Ursachen kommen Ermüdung (vor allem bei Fehlhaltung), Störungen am Wirbel (insbesondere Blockierungen) sowie Erkrankungen der Eingeweide im Bauch und Schwangerschaft in Frage.
 
 
L:
Lokalanästhesie
Örtliche Betäubung – Das Erzeugen einer umkehrbaren Empfindungslosigkeit und Schmerzfreiheit in einem bestimmten Bereich. Dies kann auch durch Kälte geschehen. Eine örtliche Betäubung wird vor allem bei kleinen Eingriffen verwendet und wenn eine Narkose nicht angewandt werden darf.
Lokalanästhetikum, Lokalanästheticum
Ein Mittel, das für eine Lokalanästhesie, also eine örtliche Betäubung verwendet werden kann und das zentrale Nervensystem wenig beeinflußt.
Lymphe
Eine eiweißhaltige und meist klare Flüssigkeit, welche die Zellen und Gewebe ernährt und dafür in Lymphbahnen, also Gefäßen und Gewebsspalten, fließt.
 
 
M:
Manipulation
Eine chirotherapeutische Behandlung, bei der impulsartig (also ruckartig) auf ein blockiertes Gelenk in eine freie Richtung eingewirkt wird. Dazu wird der Patient zunächst entsprechend gelagert. Danach nimmt die Hand des Chirotherapeuten mit dem zu bewegenden Skelettanteil Kontakt auf. Durch Spannung wird das Gelenk in eine freie Richtung gedehnt; es folgt der Probezug, welcher die Spannung noch verstärkt und weit über das hinausgeht, was später beim Impuls erfolgt. Dadurch werden Gegenanzeigen ausgeschlossen. Und schließlich der rasche Impuls, welcher nur ein Zehntel der Krafteinwirkung betragen soll, die vorher bei der Spannung ausgeübt wurde. Er ist ganz, ganz klein und rasch, wie ein darauf gesetzter i-Punkt. Er kann – muß aber nicht – von einem Knacken begleitet sein. Das Knacken zeigt lediglich an, daß das Gelenk zum Klaffen gebracht wurde, und wird wohl eher dadurch verursacht, daß sich berührende Gelenkflächen voneinander lösen, als daß Gasbläschen platzen, wie gelegentlich behauptet wird. Oft ist der Impuls überhaupt nicht erforderlich, weil sich viele Blockierungen bereits bei der Spannung oder beim Probezug lösen. Die passive Beweglichkeit des Gelenks wird bei der Manipulation nicht überschritten.
Manuelle Medizin, manuelle Therapie, Manualtherapie
Eine Behandlungsmethode, bei welcher die Diagnostik und Behandlung von Funktionsstörungen am Bewegungsapparat mit den Händen erfolgt. In Deutschland erhalten Ärzte mit einer solchen Zusatzausbildung die Zusatzbezeichnung „Chirotherapie“, das heißt, hier gibt es zwischen den Begriffen der Chirotherapie und der manuellen Medizin keinen wirklichen Unterschied. Man kann den Begriff der manuellen Medizin als Versuch ansehen, einen Oberbegriff für die Vielfalt von Schulen und Bezeichnungen in den verschiedenen Ländern zu finden, der auch für Nichtärzte anwendbar ist.
Manualtherapie ist im Allgemeinen nur ein anderes Wort für Chirotherapie.
Massage
Die Massage wirkt auf das weiche Gewebe, wie die Haut, die Muskulatur und möglicherweise auch auf Sehnen und Bänder. Die klassische Massage erfolgt mit der Hand durch knetende und streichende Bewegungen, auch durch Klopfen. Daneben gibt es allerlei andere Formen wie Unterwassermassagen mit einem Wasserstrahl, Reflexzonenmassagen (beispielsweise an bestimmten Zonen der Fußsohle mit Wirkung auf andere Gegenden des Körpers) und Lymphdrainagen (streichende Massagen mit den Fingerkuppen entlang der Lymphbahnen). Auch bestimmte Techniken, mit denen der Chirotherapeut Muskelverspannungen lockern kann, können unter die Massagen gerechnet werden.
Meniskus
Meniscus articularis – Ein faserig-knorpelig Ring mit keilförmigem Querschnitt, der als Ausgleichsscheibe zwischen den Knochenenden liegt, die das Gelenk bilden. Am Kniegelenk gibt es einen Meniskus (den Meniscus lateralis oder Meniscus fibularis) an der Außenseite, also über dem Wadenbein, und einen (den Meniscus medialis oder Meniscus tibialis) an der Innenseite, also über dem Schienbein.
In der Physik bezeichnet Meniskus auch die obere Begrenzungsfläche einer Flüssigkeit im stehenden Rohr, an deren tiefsten Punkt (in der Mitte des Rohres) in Meßgläsern und Pipetten abgelesen wird.
Meniskus wird auch als Bezeichnung für ein beidseits durchgebogenes Brillenglas verwendet.
Migräne
Eine einfache Migräne äußert sich in meist halbseitigen Kopfschmerzen, die als Anfall auftreten und sich dabei in gleichmäßigen Abständen wiederholen, ohne daß eine organische Veränderung als Ursache erkennbar wäre. Bei der klassischen Migräne kommen noch Störungen des Nervensystems hinzu wie beispielsweise Wahrnehmungsstörungen, Gesichtsfeldeinschränkungen, Bewegungs- und Sprachstörungen. Beide Arten können von Übelkeit und Brechreiz begleitet sein.
Mobilisation, Mobilisierung
Eine chirotherapeutische Behandlung, bei der schubweise und rhythmisch auf ein blockiertes Gelenk in Längs- oder Querrichtung eingewirkt wird. Diese Schübe oder Züge sind weich und langsam und können sich allmählich verstärken, während das Gelenk immer beweglicher wird. Dabei wird die passive Beweglichkeit des Gelenks nicht überschritten.
Mobilität
Siehe Beweglichkeit.
Motorik
Die von der Hirnrinde aus gesteuerten, gezielten Bewegungsvorgänge, die auch stets eng mit der Wahrnehmung verknüpft sind.
motorisch
Der Bewegung dienend oder die Motorik betreffend. Unter motorischer Unruhe versteht man übermäßige Bewegungen ohne äußeren Grund bei psychisch Kranken.
 
 
N:
Narkose
Eine zeitweilige, vollkommen umkehrbare Hemmung des zentralen Nervensystems, um Bewußtlosigkeit und Schmerzfreiheit für Operationen zu erreichen. Dabei werden auch die bewußte (eventuell auch die unbewußte) Muskeltätigkeit ausgeschaltet, die Muskelspannung verringert und Atmung und der Kreislauf gedämpft. Das Narkosemittel, welches die Narkose auslöst, kann beispielsweise gespritzt oder der Atemluft beigemischt werden.
Nebenhöhle, Nasennebenhöhle, Sinus nasalis, Sinus paranasalis
Hohlräume, die mit der Nasenhöhle offen verbunden, mit Schleimhaut ausgekleidet und mit Luft gefüllt sind. Sie liegen unter anderem im Oberkieferknochen beidseits der Nase und oberhalb der Nase im Stirnbein.
Nebenhöhlenentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Sinusitis, Sinuitis
Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen kann akut oder chronisch sein. Sie kann sogar alle Nebenhöhlen betreffen, eitrig werden und sich beispielsweise aus einem normalen Schnupfen oder einer allergischen Nasenentzündung entwickeln. Sie äußert sich vor allem in Schmerzen beim Drücken und Klopfen in den betreffenden Bereichen sowie Kopfschmerzen und Fieber.
Die Begriffe Sinusitis und Sinuitis werden auch für die Entzündung eines Hirnblutleiters gebraucht, der sauerstoffarmes Blut vom Hirn zum Herzen zurück bringt.
Nebenwirkung
Damit bezeichnet man eine unerwünschte Wirkung einer Behandlung oder einer Arznei, wobei es keine Rolle spielt, ob sie bekannt und vorhersehbar ist oder unerwartet auftritt.
Nervensystem
Die Gesamtheit der Nerven – also der Organe, die für die Wahrnehmung,  Informationsverarbeitung und Steuerung zuständig sind – wird in verschiedene Einheiten (Systeme) unterteilt, wofür es verschiedene Gliederungen gibt. Zunächst einmal kann man nach dem Aufbau unterscheiden zwischen dem zentralen Nervensystem (ZNS), bestehend aus dem Gehirn und dem Rückenmark, und dem peripheren Nervensystem, welches aus den Hirnnerven (die am Hirnstamm austreten und für Kopf und teilweise Hals, Brust und Bauch zuständig sind) und den Spinalnerven (die seitlich aus dem Rückenmark an den Wirbeln der Wirbelsäule austreten) besteht. Ferner unterscheidet man nach den Aufgaben zwischen dem animalen Nervensystem, das für die Beziehungen zur Außenwelt zuständig ist (einschließlich der bewußten und unbewußten Muskelsteuerung und der Sinneswahrnehmung), und dem vegetativen Nervensystem, welches sich um die Entwicklung und Erhaltung des Körpers kümmert und unbewußt arbeitet. Das vegetative Nervensystem wird noch unterteilt in das sympathische Nervensystem (Sympathikus, Sympathicus, Pars sympathica) und das parasympathische Nervensystem (Parasympathikus, Parasympathicus, Pars parasympathica), die einander entgegenwirken.
Neurologie
Nervenheilkunde – Teilgebiet der Medizin, das sich mit den Erkrankungen des Nervensystems und auch der Muskulatur befaßt. Ein darauf spezialisierter Arzt heißt Neurologe.
Nocizeptor, Nociceptor, Nozizeptor, Nozirezeptor
Schadensmelder – Ein Wahrnehmungsorgan, das auf schädliche Einwirkungen reagiert und dies über Nervenbahnen weitermeldet. Nociceptoren gibt es in Gelenken wie dem kleinen Wirbelgelenk zwischen zwei Wirbeln; sie bewirken beispielsweise, daß man ein verletztes Gelenk schont. Man nimmt an, daß ihre Reizung Blockierungen auslösen kann.
Nystagmus
Damit bezeichnet man allgemein unwillkürliche, rhythmische Bewegungen eines Organs. Im engeren Sinne ist das Augenzittern gemeint, wobei die Bewegungen gleichmäßig wie bei einem Pendel erfolgen können oder aber in der einen Richtung langsam und dann gleich darauf schnell in die andere Richtung.
 
 
O:
Ohrgeräusche, Ohrensausen
Siehe Tinnitus.
Operation
Ein Eingriff in einen lebenden Körper, um eine Heilung zu erreichen oder um im Tierversuch zu forschen. Im engeren Sinne ein Eingriff in den menschlichen Körper, der nur bei Notwendigkeit und kunstgerecht erfolgt. Da es sich um einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Menschen handelt, muß – außer bei Lebensgefahr – der Betroffene oder Sorgeberechtigte nach vorheriger Aufklärung über die Gefahren einwilligen. Der Arzt, welcher die Operation vornimmt, also operiert, wird als Operateur bezeichnet.
Orthese
Ein Orthopädisches Hilfsmittel, welches die Haltung berichtigen und stützen soll, wie beispielsweise ein Korsett oder eine Bandage.
Orthopäde
Facharzt für Orthopädie.
Orthopädie
Dieser Begriff wurde 1741 von N. Andry eingeführt, und er bezeichnet die Lehre von den Störungen des Bewegungsapparates, seien sie nun angeboren oder erst später erworben.
Osteopathie
In der Medizin bezeichnet Osteopathie oder Osteopathia eine Knochenerkrankung.
In der manuellen Medizin bezeichnet Osteopathie eine von dem amerikanischen Arzt Dr. Andrew Still entwickelte Methode. Dieser interessierte sich 1874 für die inzwischen über 200 Jahre lang weitgehend in Vergessenheit geratenen Methoden der manuellen Medizin und gründete eine Schule, deren Absolventen die Bezeichnung Osteopathen tragen, aber normalerweise keine Ärzte sind. Die Osteopathie ist vor allem im angelsächsischen Raum (England und Vereinigte Staaten von Amerika) verbreitet.
Osteoporose
Eine stoffwechselbedingte Knochenerkrankung (Osteopathie) mit unbekannter Ursache, bei der sich das Knochengewebe örtlich oder allgemein ausdünnt, ohne daß sich die Form der Knochen ändert. Die so geschwächten Knochen halten nicht mehr so viel aus und neigen zum Brechen oder zu einer spontanen Verformung.
 
 
P:
Pädiatrie
Kinderheilkunde. Ein Pädiater ist ein Facharzt für Kinderheilkunde (Kinderarzt).
Pathologie
Lehre von den abnormalen und krankhaften Zuständen und Vorgängen im Körper samt deren Ursachen.
Phlegma
In der Psychologie die Bezeichnung für ein langsames, aber zähes Temperament, im normalen Sprachgebrauch auch im Sinne von mangelnder Erregbarkeit, unerschütterlicher Ruhe und Trägheit. Das Wort kommt aus dem Altgriechischen und heißt „zäher Schleim“, und in der antiken Medizin ging man davon aus, daß Schleim als einer der vier Körpersäfte den Menschen träge und gleichmütig macht, wenn er überwiegt.
Physiologie
Physiologie im weiteren Sinne ist die Wissenschaft von der belebten Natur; und so wurde sie auch in der Antike verstanden.
Im engeren Sinne ist die Physiologie die Wissenschaft von den normalen Lebensvorgängen. Früher gehörten zur Physiologie als Hochschulfach auch die chemischen Vorgänge in den Zellen, bis sie in die Biochemie ausgelagert wurden. Die Physiologie hat verschiedene Teilgebiete, wie Muskelphysiologie, Kreislaufphysiologie, Nervenphysiologie (Neurophysiologie) und Sinnesphysiologie.
Physiotherapie, Physikalische Therapie
Anwendung physikalischer Mittel wie Licht, Wärme, Krafteinwirkung, Elektrizität und Magnetismus bei der Vorsorge, Therapie und Rehabilitation. Radioaktiver Strahlung wird aber nicht in der Physiotherapie verwendet. Zur Physiotherapie gehören insbesondere die Bewegungstherapie, also die Krankengymnastik, Bäder und Massagen.
physisch
Körperlich, die materielle Seite des Körpers betreffend, im Gegensatz zur psychischen Seite.
Potenz
Allgemein für Macht und Kraft.
Als Potentia coeundi die Fähigkeit zum Beischlaf, im engeren Sinne diejenige des Mannes.
In der Mathematik eine wiederholte Multiplikation einer Zahl mit selbst, etwa 24 = 2∙2∙2∙2 = 16, wobei die 2 die Basis und die 4 der Exponent ist, sowie die verallgemeinerte Potenz für beliebige Zahlen als Exponenten.
In der Homöopathie der Verdünnungsgrad einer Arznei, gemessen in der Anzahl der wiederholten zehnfachen oder hundertfachen Verdünnungen. D 4 bezeichnet beispielsweise eine viermal ausgeführte zehnfache Verdünnung, also eine Verdünnung um den Faktor 104 = 10.000 = 1002, und entspricht somit C 2, einer doppelt ausgeführten hundertfachen Verdünnung.
Als neuroleptische Potenz ein Maß für die Wirksamkeit von Medikamenten, welche die Psyche beeinflussen sollen.
primär
In der Medizin steht dieses Wort für „anfänglich“, „ursprünglich“, „unmittelbar entstanden“ oder „im ersten Stadium“. Siehe auch sekundär.
progredient
Fortschreitend.
pseudoradikulär
Von einer Blockierung eines Wirbels über einen Nocizeptorenreiz ausgehend und fälschlich so erscheinend, als wäre ein Reiz der am Wirbel aus dem Rückenmark kommenden Nervenwurzel die Ursache.
Psyche
Im weiteren Sinne ist damit die Seele im Gegensatz zum Leib gemeint. Im engeren Sinne werden darunter alle bewußten und unbewußten seelischen Vorgänge verstanden, als Gegenstück zu den rein körperlichen Vorgängen.
Psychiater
Facharzt für Psychiatrie.
Psychiatrie
Seelenheilkunde – Medizinisches Teilgebiet, das sich mit psychischen Krankheiten und seelischen oder gesellschaftlichen Verhaltensauffälligkeiten befaßt.
Psychologie
Seelenkunde – Die Lehre, wie das Bewußtsein und das Verhalten funktionieren, was bewußte Vorgänge und Zustände verursacht oder bewirken und wie sich dadurch die Persönlichkeit entwickelt. Die drei wichtigsten Ansätze sind die im Wesentlichen auf Sigmund Freud (1856-1939) zurückgehende Psychoanalyse – welche sich vor allem mit den Trieben und den unbewußten Erinnerungen befaßt –, der Behaviorismus – welcher sich bevorzugt dem äußeren Verhalten, den Reaktionen und den Reflexen widmet und eine amerikanische Richtung der Psychologie ist – und der Kognitivismus – der vor allem das Bewußtsein betrachtet. Fachleute auf dem Gebiet der Psychologie bezeichnet man als Psychologen.
Psychopharmakum, Psychopharmakon
Ein Arzneimittel, das auf die Psyche wirkt, wie beispielsweise ein Beruhigungsmittel oder ein Antidepressivum, das die Stimmung bei einer Depression aufhellen soll.
Psychosomatik
Die Lehre von den Beziehungen zwischen Leib und Seele. Derartige Wechselwirkungen gibt es bei jeder Krankheit. Im engeren Sinne versteht man unter psychosomatischen Krankheiten solche, bei denen sich körperliche Krankheiten aus einem andauernden seelischen Konflikt heraus entwickeln, wo sich also seelische Störungen körperlich bemerkbar machen.
Psychotherapie
Behandlung psychischer, emotionaler, psychosomatischer und Verhaltensstörungen mit Mitteln der Psychologie, sei es nun in Einzelgesprächen oder in der Gruppe.
 
 
Q:
Quaddel, Urtica
Eine Hauterhebung durch eine Flüssigkeitsansammlung in den oberen Hautschichten (Oberhaut und Lederhaut), aber auch nach einer intrakutanen Injektion.
 
 
R:
reflektorisch
Als Reflex ablaufend oder durch einen Reflex bedingt.
Reflex
Eine automatische Reaktion (eines Muskels oder einer Drüse) auf einen Reiz, die unmittelbar und unwillkürlich erfolgt, und zwar normalerweise immer wieder auf die gleiche Art. Bedingte Reflexe sind anerzogen, also erlernt, unbedingte Reflexe sind es nicht. Reflexe sind eine schnelle und meist richtige Anpassung an die Umwelt. Der bekannte Kniesehnenreflex oder Patellarsehnenreflex ist ein Beispiel eines bedingten Reflexes; er führt in kürzester Zeit nach einem Schlag auf die Ansatzsehne zu einem Strecken des Beins und verhindert oft genug, daß wir beim Stolpern hinfallen.
Rehabilitation
Maßnahmen, die unternommen werden, um gesellschaftlich,  geistig-seelisch oder körperlich benachteiligte Personen wieder in das normale Berufs- und Privatleben einzugliedern. Dies gilt auch nach Krankheiten und Operationen. Zur Rehabilitation gehören unter anderem die medizinische Nachsorge, Übungen und Umschulungen.
Reizpunkt
Bestimmter Punkt an der Haut, an dem man Organe elektrisch reizen kann. Im engeren Sinne sind die Reizpunkte für die Nerven und die Muskeln gemeint.
Rheuma, Rheumatismus
Eine an den Symptomen ausgerichtete Sammelbezeichnung für schmerzhafte und die Funktion beeinträchtigende Zustände an Muskeln und Skelett, einschließlich anderswo auftretender Vorgänge. Dieser Begriff hat also als Diagnose keinen Wert, sondern erst die Nennung der entsprechenden Krankheit. Beim Rheumatismus unterscheidet man zwischen dem idiopathischen Rheumatismus mit unbekannter Ursache, dem infektiösen Rheumatismus, der durch eine Infektion ausgelöst wird, dem allergischen Rheumatismus, der durch Allergien entsteht und dem degenerativen Rheumatismus infolge von Degeneration.
Risikofaktor
Ein Umstand, der auf eine besondere Gesundheitsgefährdung oder eine Anfälligkeit für eine bestimmte Krankheit schließen läßt. Der Zusammenhang muß dabei nicht ursächlich nachgewiesen sein, sondern ergibt sich häufig aus Statistiken.
Röntgenologie
Die Lehre von den Röntgenstrahlen, und wie sie zur Untersuchung und zur Heilung verwendet werden können. Bei den 1905 von Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) entdeckten Röntgenstrahlen oder X-Strahlen handelt es sich um elektromagnetische Wellen, die kurzwelliger als das nicht mehr sichtbare ultraviolette Licht sind und den Körper durchdringen können. Somit eignen sie sich für Aufnahmen mit dem Röntgengerät.
 
 
S:
Schadensmelder
Siehe Nocizeptor.
Schiefes Gesicht
Siehe Gesichtsasymmetrie.
Schiefhals, Torticollis, Caput obstipum
Angeborene oder später erworbene Schräghaltung des Kopfes, möglicherweise von einer Gesichtsasymmetrie und unterschiedlichen Schädelhälften begleitet (Gesichtsskoliose). Dabei können auch Blockierungen eine Rolle spielen.
Schlaganfall, Schlag, Gehirnschlag, apoplektischer Insult, Apoplexia cerebri
Sehr oder wenig heftig einsetzendes Syndrom wegen gestörter Durchblutung des Gehirns, in Folge eines Blutgefäßverschlusses oder eines Gefäßrisses mit Blutung ins Gehirn. Die Folgen reichen von einer Rückbildung ohne Schäden binnen eines Tages über nicht behebbare Schäden bis zum Tod.
Schleimbeutel, Bursa synovialis, Bursa mucosa
Beutel mit Gelenkschmiere, also einer Gleitflüssigkeit, welche die Reibung verringern soll, wo Sehnen über Knochen und unter Bändern verlaufen. Schleimbeutel sind möglicherweise mit dem benachbarten Gelenk verbunden.
Schleimbeutelentzündung, Bursitis
Die Entzündung eines Schleimbeutels kann akut oder chronisch sein. Sie tritt häufig nach einer Infektion, aber auch nach einem stumpfen Trauma (beispielsweise ein Stoß gegen einen stumpfen Gegenstand ohne äußere Verletzungen) auf und macht sich vor allem durch Schwellung, Hautrötung und örtliche Schmerzen bemerkbar. Schleimbeutelentzündungen können mit Blockierungen verbunden sein, zum Beispiel im Schulterbereich.
Schleimhaut, Mukosa, Tunica mucosa
Die Schleimhaut kleidet Hohlorgane aus und ist nicht verhornt wie die normale Haut. Sie enthält Drüsen, welche einen Schleim absondern, der die Schleimhautoberfläche als Schutzfilm bedeckt. Dadurch wird die Schleimhaut gleitfähig und vor Reizen geschützt. Der Schleim fließt durch eine natürliche Körperöffnung ab und schützt so auch vor Keimen und ist tötet außerdem selbst Fremdkeime ab. Schleimhäute kommen beispielsweise in der Nase und den Nebenhöhlen, in Mund und Rachen, im Darm und in der Scheide vor.
Schleudertrauma
Eine Verletzung der Halswirbelsäule und möglicherweise sogar des Schädels und des Hirns, die durch ein schnelles Zurück- und Vorschleudern des Kopfes bei einem Auffahrunfall entsteht, vor allem bei den Insassen des angefahrenen Wagens. Es können Wirbelverstauchungen, Wirbelbrüche, Bänderrisse und Quetschungen von Nerven und Blutgefäßen entstehen, aber auch Blockierungen.
Schmerz
Schmerz ist eine sehr unangenehme Empfindung, die im Allgemeinen durch schmerzerzeugende Nocizeptoren ausgelöst wird. Diese sprechen auf bestimmte chemische, Temperatur-, mechanische oder elektrische Reize an und erzeugen daraufhin eine Schmerzempfindung. Häufig sind auch noch andere Sinnesorgane beteiligt. Schmerz ist ein Hauptsymptom für eine Entzündung. Ein fortgeleiteter Schmerz breitet sich im Gebiet des betroffenen Nervs aus. Ischämischer Schmerz entsteht durch schlechte Durchblutung  und verstärkt sich bei Wärme und Bewegung und schwächt sich bei Kälte und Ruhe ab. Übertragener oder viszeraler Schmerz ist ein von einem inneren Organ ausgehender Eingeweideschmerz, der dumpf und stark ist, aber sich kaum örtlich begrenzen läßt; er wird beispielsweise durch Durchblutungsstörungen ausgelöst. Man kann die Schmerzen auch nach dem auslösenden Reiz unterscheiden. Druckschmerz beispielsweise entsteht durch Druck auf eine bestimmte Stelle, Dehnungsschmerz beim Dehnen.
Schulter-Arm-Syndrom
Dieses Syndrom dient als Sammelbegriff für Reizungen und Ausfälle der vom Rückenmark im Bereich der Halswirbelsäule ausgehenden Nervenwurzeln, die bis in die Arme und Hände ausstrahlen können. Dies kann sich in Schmerzen, Kribbeln, Gefühlsstörungen, Muskelschwund und schlecht durchbluteten Fingen bemerkbar machen. Als Ursachen kommen unter anderem Bandscheibenschäden (siehe Bandscheibenvorfall), Knochenkrankheiten, aber auch häufig Blockierungen in Frage.
Schultersteife, schmerzhafte Schultersteife, Periarthritis humeroscapularis
Schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Schultergelenks durch Degeneration der Sehnen, Sehnenansätze, Muskelübergänge und Schleimbeutel, möglicherweise auch der Knorpel und Knochen. Nach der ersten, akuten Phase, welche das Gelenk ruhigstellt, kann das Gelenk entweder wieder normal bewegt werden, oder die Krankheit wird chronisch. Dabei geht die Schultersteife meistens von einer Schleimbeutelentzündung aus. Ursache sind häufig Blockierungen der unteren Hals- und oberen Brustwirbelsäule sowie der ersten Rippe.
sekundär
Dieses Wort wird in der Medizin für „nachfolgend“, „abhängig“, „zweitrangig“ oder „im zweiten Stadium“ gebraucht. Siehe auch primär.
Skoliose
Dauerhafte Krümmung der Körperachse nach der Seite, beispielsweise bei der Gesichtsskoliose, wo sich die Gesichtshälften unterschiedlich ausprägen, indem die kranke Hälfte kürzer und breiter wird und sich der Schädel seitlich verbiegt (siehe auch Gesichtsasymmetrie). Im engeren Sinne – den wir auf unseren Internet-Seiten normalerweise zugrundelegen – ist die Wirbelsäulenskoliose gemeint, bei der neben der seitlichen Krümmung häufig noch eine Verdrehung entlang der Längsachse (Torsion) hinzukommt. Es gibt verschiedene Formen der Skoliose, die zum Einen nach der Ursache und zum Anderen nach dem Aussehen benannt werden. Besonders ausgeprägte Skoliosen können eine C- oder S-Form annehmen und heißen daher auch C-Skoliose beziehungsweise S-Skoliose. Die Wirbelsäulenskoliose kann bereits angeboren sein oder erst später entstehen, beispielsweise durch Lähmungen oder Muskelschwund. Skoliosen sind häufig mit zahlreichen Blockierungen verbunden. Die häufigste Form der Skoliose ist die sogenannte idiopathische Skoliose, über deren Entstehung und Ursache man nichts weiß. Bei Kindern in der Wachstumsphase können die einzelnen Wirbel unterschiedlich stark wachsen und sich verformen und verdrehen. Je früher eine Skoliose entdeckt und behandelt wird, desto größer ist auch der Behandlungserfolg. Dies gilt auch für Skoliosen, die durch Blockierungen verursacht werden und sich chirotherapeutisch beheben lassen, wie beim KiSS-Syndrom.
spontan, spontaneus
Von selbst, unwillkürlich, ohne äußere Ursache oder Einwirkung entstehend.
Spontanheilung
Selbstheilung durch die natürlichen Fähigkeiten des Körpers, also sein Immunsystem und seine Wiederherstellungsmöglichkeiten, und nicht als Folge von Heilmaßnahmen.
stationär
Eine Krankenhausstation betreffend oder unveränderlich bleibend.
Symptom, Symptoma
Dieser Begriff steht allgemein für ein Zeichen, in der Medizin für ein Krankheitszeichen – oft auch nur Zeichen genannt – oder Krankheitsmerkmal, also für ein besonderes Merkmal oder eine Abweichung vom normalen, gesunden Zustand, das für eine Krankheit spricht. Manche Symptome sind geradezu typisch für eine bestimmte Krankheit, andere sind als „Allerweltssymptome“ so ungenau und verbreitet, daß man an ihnen allein kaum erkennen kann, welche Krankheit vorliegt. Die wichtigsten Symptome einer Krankheit werden als Hauptsymptome oder Kardinalsymptome bezeichnet. Die Gesamtheit der Symptome einer Krankheit bezeichnet man als Symptomatik.
Symptomenkomplex
Eine Gruppe von Symptomen, die für ein bestimmtes Krankheitsbild sprechen. Im engeren Sinne verwendet man diesen Begriff, wenn die Ursache unbekannt ist (siehe auch Syndrom).
Syndrom
Als Syndrom faßt man bestimmte Abweichungen vom normalen, gesunden Zustand zusammen, von denen man weiß oder vermutet, daß sie miteinander zusammenhängen. Im weiteren Sinne ist ein Syndrom ein Krankheitsbild, bei dem meist immer wieder die gleichen Krankheitszeichen (Symptome) auftreten, auch wenn die Ursachen unbekannt oder vielfältig sind (siehe auch Symptomenkomplex). Ein Syndrom wird oft nach demjenigen benannt, der es zuerst beschrieb, aber es wird auch nach der Hauptursache, der Krankheitsentwicklung oder nach dem Hauptsymptom benannt.
 
 
T:
Tennisellbogen, Tennisellenbogen
Der echte Tennisellbogen, die Epicondylopathia humeri radialis, ist eine Funktionsverschlechterung oder Schädigung im Bereich des Ellbogengelenks, und zwar genauer an dem Knochenvorsprung des Oberarmknochens, welcher der Speiche zugewandt ist (siehe auch Epicondylopathie). Dies führt vor allem zu Schmerzen im Unterarm, die zur Hand hin ausstrahlen und verstärkt beim Wringen, Ballen zur Faust oder beim Tennisschlag auftreten. Meistens handelt es sich um einen Überlastungsschaden, der wieder abklingt. Tennisspielen ist dabei nur in einem Bruchteil der Fälle die Ursache.
Der falsche Tennisellbogen hat ähnliche Symptome, ist aber kein Überlastungsschaden, sondern durch Blockierungen bedingt,  wobei eine ganze Reihe von Gelenken im Bereich der Halswirbelsäule, der oberen Brustwirbelsäule, der Schulter, des Ellbogens und des Handgelenks in Frage kommen. Er heilt auch nicht allmählich wieder ab, wenn er nicht chirotherapeutisch behandelt wird, sondern widersteht in der Regel anderen Behandlungsversuchen.
Therapie, Therapia
Die Maßnahmen, die ergriffen werden, um eine Krankheit zu heilen. Eine äthiotrope oder kausale Therapie ist gegen die Ursachen der Krankheit gerichtet; eine symptomatische Therapie bekämpft nur die Krankheitserscheinungen (siehe auch Symptom). Eine spezifische Therapie ist gezielt;  eine unspezifische Therapie fördert nur allgemein die Heilung. Eine konservative Therapie verzichtet auf Operationen und verwendet vor allem Medikamente, im Gegensatz zur operativen Therapie durch chirurgische Eingriffe (Operationen). Es gibt noch weitere Unterteilungen nach der Art der  Therapie. Siehe auch Behandlung.
Therapieresistenz
Das Nichtansprechen einer Krankheit auf eine Therapie.
Tinnitus, Tinnitus aurium
Ohrensausen, Ohrgeräusche – Wahrnehmung störender Töne oder Geräusche, die entweder aus dem Köper selbst stammen (wie Muskel und Gelenkgeräusche) oder – und das ist der Gebrauch des Begriffes im engeren Sinne – gar nicht wirklich vorhanden sind, sondern vom anderswie gereizten Gehör fälschlich an das Gehirn gemeldet werden. Ursachen sind beispielsweise Erkrankungen im Innenohr, aber auch Blockierungen.
Tonus, Tension
Spannung – Spannungs- oder Erregungszustand bei einem Gewebe, einem Muskel, dem Herzen, einem Blutgefäß oder dem vegetativen Nervensystem.
Traktion
Das Strecken der Körpers, des Rumpfes oder eines Gliedes in Längsrichtung, meist in Verbindung mit einem Zug oder Druck in Querrichtung oder einer Drehung. Die Traktion wird beispielsweise beim Wiedereinrichten von Knochenbrüchen und in der chirotherapeutischen Manipulation verwendet.
Trauma
Dieses Wort kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Wunde“ oder „Verletzung“. Allgemein versteht man unter einem Trauma alles, was den Organismus schädigt. Im engeren Sinne meint man mit einem Trauma den so entstandenen Schaden. Eine schädigende Einwirkung auf den Organismus heißt auch traumatisierend. Man unterscheidet körperliche Traumen, also Verletzungen durch physikalische und chemische Vorgänge, und psychische (seelische)  Traumen, also Erlebnisse, die nicht richtig verarbeitet werden, aus dem Bewußtsein verdrängt werden und möglicherweise geistige Erkrankungen auslösen.
Trigeminusnerv, Trigeminus, Nervus trigeminus
Ein Gesichtsnerv, der für die Wahrnehmungsreize des Gesichts, der Nasenhöhlen, Mundhöhlen und der Zähne zuständig ist und die Kaumuskulatur und die Muskulatur des Mundbodens steuert. Er hat drei Hauptäste. Der eine, der Nervus mandibularis, verläuft in mehreren Zweigen im Unterkiefer bis zum Kinn, wo ein Zweig austritt und endet. Der zweite Ast, der Nervus maxillaris, liegt mit mehreren Zweigen im Oberkiefer, von denen einer unterhalb des Auges beiderseits der Nase austritt. Der dritte Ast, der Nervus ophthalmicus, verzweigt sich oberhalb des Auges, wobei ein Zweig in der Nase bis zur Nasenspitze reicht und andere Zweige oberhalb der Nase austreten und die Stirn abdecken.
Triggerpunkt
Siehe Auslöserpunkt.
Tumor
Geschwulst – Jede abgegrenzte Schwellung des Körpergewebes. Ein neoplastischer Tumor (Neoplasma, Blastom) entsteht durch Wucherungen, also durch unkontrolliertes Wachstum überschüssigen Gewebes. Die neoplastischen Tumore werden werden in drei Hauptformen unterteilt. Ein gutartiger Tumor (benignes Neoplasma) wächst normalerweise langsam und ändern dabei nur seine Größe und verdrängt umliegendes Gewebe, meist ohne ansonsten das allgemeine Befinden zu beeinflussen verdrängen; auch bildet er keine Tochtergeschwülste (Metastasen) und entsteht nach der Behandlung nur selten wieder neu. Ein bösartiger Tumor (Krebs, malignes Neoplasma, Malignom) hat weitgehend unreife Zellen (also nicht wie Zellen bestimmter Organe oder Gewebe ausgeprägt sind), wächst meist rasch und dabei völlig unkontrolliert, dringt in umliegendes Gewebe ein und zerstört es und kann das Allgemeinbefinden sehr stark beeinflussen und Tochtergeschwülste bilden, wenn er die Bahnen für Blut und Lymphe oder Hohlorgane erreicht. Eine Mischform, der halbbösartige Tumor (semimalignes Neoplasma) besteht aus weitgehend ausgereiften Zellen, wie sie in der Haut und im Bindegewebe vorkommen, durchdringt auch umliegendes Gewebe, bildet aber fast nie Tochtergeschwülste. Neben dem neoplastischen Tumor gibt es den entzündlichen Tumor – eine auf Flüssigkeitsansammlung zwischen und in den Zellen zurückgehende Schwellung als eines der klassischen Symptome für eine Entzündung – und schließlich die Schwellung durch Eiteransammlung, Bluterguß, Wasser- und Luftansammlung und so weiter.
 
 
U:
Urologe
Facharzt für Urologie.
Urologie
Lehre, wie der Harntrakt aufgebaut ist und funktioniert. Dies umfaßt die Nieren, die Harnleiter und die männlichen Geschlechtsorgane einschließlich der Zeugungsfähigkeit.
 
 
V:
Vene, Vena
Ein zum Herzen zurückführendes Blutgefäß. Weil das Blut darin nicht unter Druck steht, pulsieren Venen nicht und haben nur eine dünne Wand aus drei Schichten, die sich bei kleinen Gefäßen kaum noch unterscheiden lassen. Die Venen des großen Blutkreislaufs haben dunkles, sauerstoffarmes Blut, das zum rechten Herzvorhof gebracht wird. Die Venen des kleinen Blutkreislaufs (Lungenkreislaufs) – die Lungenvenen, Venae pulmonales – bringen hingegen helles, sauerstoffreiches Blut in den linken Herzvorhof.
Verrenkung, Luxation, Luxatio
In der Orthopädie versteht man unter eine Verrenkung eine Verschiebung der Knochenenden, aus denen ein Gelenk besteht, aus ihrer normalen, funktionsfähigen Stellung. Bei einer unvollkommenen Verrenkung (Subluxation) stehen sich die Gelenkflächen noch teilweise gegenüber, und die Gelenkskapsel ist überdehnt, und die Bänder sind gezerrt. Bei einer vollkommenen Verrenkung sind die Gelenkskapsel, Bänder, manchmal auch Muskeln und Blutgefäße ganz oder teilweise gerissen, und das Gelenk schwillt an, wobei das Gelenk kaum noch beweglich ist und sich die Knochen in unnormaler Stellung zueinander befinden.
In der Chirurgie und Pathologie meint man mit einer Verrenkung eine Verschiebung eines Organs in andere Lage, in der es meistens nicht mehr richtig funktioniert, beispielsweise eine Verlagerung der Augenlinse. Diese Verlagerung kann angeboren, erworben oder durch eine Operation herbeigeführt sein.
Verspannunng
Eine Verhärtung des Muskels, weil dieser dauernd angespannt ist.
 
 
W:
Wallenbergsyndrom
Um 1900 beschrieb der Danziger Internist Adolf W. Wallenberg neurologisches Syndrom, welches folgende Hauptsymptome aufweist: Heftige einseitige Nackenschmerzen, dazu eine meist einseitige Bewegungsstörungen beziehungsweise Fallneigung zur nicht betroffenen Seite, Schluckbeschwerden, Sehbehinderung, eventuell Nystagmus, verwaschene, undeutliche Sprache, Fehlempfindungen (wie Kribbeln und Pelzigsein), verminderte Empfindlichkeit (vor allem des Tastsinns) und Lähmungen. Bei Gefäßstörungen kommen oft klopfende, pochende Kopfschmerzen hinzu. Es entspricht im Wesentlichen einem Schlaganfall und entsteht durch eine Verengung der Blutgefäße, welche das Hirn versorgen, beispielsweise durch Blutgerinnsel. Das Wallenbergsyndrom ist recht selten. Es kommt nicht nur bei jungen Frauen vor, sondern kann in jedem Alter auftreten und ist bei Männern deutlich häufiger. Oft treten bereits einige Wochen vorher Kopf- und Nackenschmerzen auf. Weil sich das Wallenbergsyndrom noch nicht ausgebildet hat, gehen die Betroffenen häufig zum Chirotherapeuten, weil sie eine Blockierung für die Ursache halten. Oft wird eine Blockierung gefunden und gelöst, und erst einige Zeit später tritt dann erkennbar das Wallenbergsyndrom auf. Dies zeigt sich auch in Studien, wo Wallenbergsyndrome gehäuft nach chirotherapeutischen Behandlungen auftraten. Es gibt jedoch keinen Beweis dafür, daß die Chirotherapie dafür die Ursache wäre, und bei der heutigen Grifftechnik ist das auch schwer vorstellbar. Besonders durch ein Wallenbergsyndrom gefährdet scheinen Personen mit einer angeborenen Bindegewebsschwäche zu sein, doch es gibt praktisch keine Möglichkeit, das vorab zu erkennen.
 
 
X:
 
 
Y:
 
 
Z:
Zerrung, Distorsion, Distorsio
Eine durch Drehung hervorgerufene, geschlossene Verletzung eines Gelenks, mit einer kurzzeitigen leichten Verrenkung, wobei die Bänder überdehnt oder gar zerrissen werden und es ins Gelenk bluten kann. Auch der Knorpel und Weichteile können geschädigt werden. Eine Zerrung macht sich durch örtliche Schwellungen und Druckschmerz und eine unnormale Beweglichkeit bemerkbar. Es gibt auch verschiedene Spätschäden, die auftreten können; einer ist das Schlottergelenk oder Wackelgelenk, also ein zu lockeres Gelenk.
Zyste
Eine auch als Kystom bezeichneter Hohlraum im Gewebe mit flüssigem Inhalt, der durch eine Gewebskapsel abgeschlossen ist, wobei es nicht darauf ankommt, ob der Hohlraum auch noch in mehrere Kammern unterteilt ist oder ob der Inhalt dick- oder dünnflüssig ist. Eine echte Zyste ist sogar mit hautartigen Zellen ausgekleidet, eine falsche Zyste ist es nicht.
Bestimmte Einzeller, etwa Parasiten, können eine Form annehmen, die ebenfalls als Zyste bezeichnet wird.
 
 

-----------

Zurück zum Seitenanfang

Zurück zur Anfangsseite


Chirotherapie-Informationen.de