Von unserem Redaktionsmitglied Michael Verderber, Stuttgart
Hier finden Sie häufig vorkommende Fachbegriffe aus der Medizin und
Chirotherapie, allerdings nicht die Bezeichnungen der Knochen und Gelenke.
Diese werden unter Anatomie
beschrieben. Die Fachbegriffe sind alphabetisch sortiert, und die Beschreibung
findet sich meistens unter dem deutschen Namen und enthält noch andere gängige
Bezeichnungen, darunter häufig auch die lateinisch-griechischen Namen und
Schreibweisen. Bitte beachten Sie, daß die Umlaute ä, ö und ü in der
üblichen Weise als ae, oe und ue einsortiert sind.
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- A:
-
- After, Anus
- Der unterste Abschnitt des Mastdarms am Darmausgang, welcher sich
normalerweise in der Analfurche zwischen den Pobacken befindet. Durch eine Fehlentwicklung
oder eine Operation kann er sich aber auch an einem anderen Ort
befinden.
- Agnosie
- Eine Störung des Erkennens, obwohl die Wahrnehmung an sich erhalten
bleibt. Man unterscheidet zwischen akustischer Agnosie
– der Unfähigkeit, Gehörtes entsprechend den Hörerinnerungen zu erkennen –,
optischer (visueller) Agnosie
– bei der Gesehenes nicht anhand der Seherinnerungen eingestuft werden kann –,
pragmatischer Agnosie oder Pragmatagnosie
– bei der Gegenstände nicht wiedererkannt werden –
und taktiler Agnosie (Tastblindheit,
Tastagnosie), bei der trotz erhaltenen Tastsinns durch Tasten keine
Formen wiedererkannt werden. Agnosien sind
Symptome, die einen Hinweis auf
den Ausfall bestimmter Hirnregionen geben können.
- Akupunktur
- Eine aus der altchinesischen Medizin kommende Behandlung, bei der
ausgewählte Punkte an der Körperoberfläche mit dünnen Nadeln angestochen
werden. Die Nadeln werden eine Zeitlang stecken gelassen und reizen
diese Punkte und können so auf Bereiche des Körpers wirken, die ganz
woanders liegen. Normalerweise blutet es nicht, wenn die Nadeln wieder
gezogen werden.
- Akupunktmassage
- Eine Massage, mit der gezielt
bestimmte Punkte, die aus der
Akupunktur bekannt sind, gereizt werden sollen. An die Stelle der
Akupunkturnadeln tritt also die Reizung durch Druck und Massage an
diesen Punkten.
- akut, acutus
- Plötzlich einsetzend und heftig, aber meistens von kurzer Dauer.
- Allergie
- Eine veränderte Empfindlichkeit des Körpers, also eine übersteigerte
oder auch zu schwache Reaktion. Im engeren Sinne eine
krankhafte Überempfindlichkeit auf einen Reizstoff – das Allergen –,
welchen die körpereigene Abwehr bekämpft, obwohl das normalerweise nicht
so sein sollte.
- Allopathie
- Die Heilmethode der Schulmedizin, im engeren Sinne (nach
Samuel Hahnemann) die Verwendung von Mitteln, welche beim Gesunden der
Krankheit entgegengesetzte Symptome
hervorrufen würden. Insoweit ist die Allopathie das Gegenteil der
Homöopathie.
- ambulant
- In der Sprechstunde, ohne
stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus, so daß der Patient
anschließend wieder nach Hause gehen kann.
- Anamnese
- Krankengeschichte – Frühere Krankheiten, an die
sich der Patient erinnert oder die von Angehörigen mitgeteilt werden,
sowie allgemeiner die Lebensgeschichte.
- Anatomie
- Lehre vom Aufbau und Zustand des Körpers und seiner Gewebe und
Organe, auch beim ungeborenen Kind (normale Anatomie). Hinzu
kommt die pathologische Anatomie, welche sich mit den
krankhaften Veränderungen befaßt. Im weiteren Sinne umfaßt die Anatomie
auch noch – aus der Sicht der Gerichtsmedizin – die
Veränderungen des Körpers bei Verbrechen (forensische Anatomie).
Die Anatomie entstand, als man begann, Leichen zu sezieren.
- Aneurysma
- Die örtliche, krankhafte und dauerhafte Ausbuchtung der Wand einer
vorgeschädigten Arterie oder der
Herzwand. Meistens ist sie asymmetrisch, also auf einer Seite stärker.
- Apraxie, Apraxia
- Die Unfähigkeit, erlernte und zweckmäßige Bewegungen und Handlungen
auszuführen, obwohl die Wahrnehmung und Bewegungsfähigkeit an sich
erhalten sind. Die Apraxie kann nach der Art der Bewegungen und
Handlungen weiter unterteilt werden.
- Arterie, Arteria
- Schlagader – Ein vom Herzen kommendes Blutgefäß, in
dem das Blut mit Druck kommt. Daher pulsiert das Gefäß auch in der Regel
und hat eine dreischichtige Wand. Die Arterien des großen Kreislaufes
führen hellrotes und sauerstoffreiches Blut aus der linken Herzkammer.
Die Arterien des kleinen Kreislaufs (Lungenkreislaufs) – die Lungenarterien,
Arteriae pulmonales –,
bringen dunkles, sauerstoffarmes Blut aus der rechten Herzkammer in die
Lunge.
- Arthrose, Arthrosis, Arthronosis
- Eine Gelenkserkrankung mit verschiedensten Ursachen, welche
vorwiegend zu einer Verschlechterung der Gelenksfunktion führt. Im
engeren Sinne ist die Arthrosis deformans (auch als
Arthritis deformans, Arthropathia deformans oder
Osteoarthrosis deformans bezeichnet) gemeint, eine chronische und
schmerzhafte Gelenksveränderung, bei der das Gelenk immer schlechter
arbeitet und die durch eine zu starke Belastung gegenüber der
Tragfähigkeit des Gelenks verursacht wird. Eine Unterform der Arthrosis
deformans ist die Altersarthrose (als primäre oder
idiopathische Arthrose bezeichnet) durch Abnutzung des
Gelenks, vor allem des Hüft- und Kniegelenks.
- Asthma
- Starke Atemnot, die in Anfällen auftritt. Im engeren Sinne
ist das Bronchialasthma (Astma bronchiale)
gemeint, welches durch eine Verengung der Atemwege entsteht, die
beispielsweise durch durch Verkrampfung oder krankhafte
Schleimabsonderung hervorgerufen werden kann und im Allgemeinen aus
Allergien hervorgeht. Daneben
gibt es das Herzasthma (Asthma cardiale) –
bei Stauungen im kleinen Blutkreislauf zwischen Herz und Lunge wegen
Herzschwäche –, das Asthma nasale – das durch
Erkrankungen der Nasenhöhle ausgelöst wird –, das Asthma
uriaemicum – welches durch Flüssigkeit in der Lunge
wegen Nierenschwäche entsteht –
und schließlich das Wurmasthma (Asthma verminosum) –
eine Art des Bronchialasthmas, die durch allergische Reaktionen bei
Wurmbefall hervorgerufen wird.
- Auslöserpunkt
- Schmerzhafter Reizpunkt für
die Muskulatur, auch Triggerpunkt genannt. Es handelt sich
also um einen Muskelschmerzpunkt mit Fernwirkung. Er ist als
stark druckschmerzhafte Muskelverhärtung tastbar, wobei noch eine
zusätzliche Schmerzausstrahlung hinzukommt. Auslöserpunkte treten
häufig zusammen mit
Blockierungen auf.
-
-
- B:
-
- Bandscheibe, Discus intervertebralis
- Eine Bandscheibe besteht aus einem äußeren Faserring , welcher von
spiralig aufgewickelten, straffen Fasern gebildet wird und einem weichen
Kern aus Gallerte. Sie federt jeweils zwei Wirbelkörper der Wirbelsäule gegeneinander ab
und sorgt für eine elastische Verbindung.
- Bandscheibenvorfall, Bandscheibenprolaps, Bandscheibenhernie,
Diskushernie
- Das Hervorquellen des weichen Bandscheibenkerns, zeitweilig oder
– wenn der umgebende Faserring zerreißt –
dauernd. Je nachdem, wie weit die
Bandscheibe sich vorwölbt, spricht man
von einer Vorwölbung (Protrusion) oder von einem Vorfall
(Prolaps). Die Veränderungen können in der Mitte (medial)
in den Wirbelkanal mit dem Rückenmark reichen oder
seitlich (lateral) gegen die Wurzel der abzweigenden
Nervenbahn drücken. (Siehe
Schematische Darstellung in neuem Fenster.)
- Bechterewsche Krankheit, Morbus Bechterew, Spondylarthritis
ankylopoetica
- Chronische, schädigende und
hauptsächlich bei Männern vorkommende Entzündung der Wirbelsäulengelenke
einschließlich der Bandscheiben
und wirbelsäulennaher Gelenke (etwa der Rippen-Wirbel-Gelenke und des
Kreuzbein-Darmbein-Gelenks) mit krankhafter Vermehrung des
Bindegewebes und
Verknöcherung. Benannt nach Wladimir Michailowitsch von Bechterew
(1857-1927), einem Neurologen
aus St. Petersburg in Rußland.
- Beckenschiefstand
- Davon spricht man, wenn das Becken auf der einen Seite tiefer
gestellt ist, begleitet von einer
Skoliose oder einer echten oder scheinbaren
Beinlängendifferenz. Der
Beckenschiefstand kann angeboren sein oder durch Hüftgelenkserkrankungen
entstehen; in den meisten Fällen ist aber eine
Blockierung – insbesondere der Halswirbelsäule –
die Ursache. Ein Beckenschiefstand führt dazu, daß sich die Gesäßfalten
und die Grübchen am Kreuzbein auf beiden Seiten unterschiedlich
ausbilden.
- Behandlung
- Alles, was der Arzt oder ein Heilkundiger unternimmt, um eine
Krankheit zu heilen oder zu bessern, im weiteren Sinne auch vorbeugende
Maßnahmen. Siehe auch Therapie.
- Beinverkürzung, Beinlängendifferenz
- Wirkliche Verkürzungen eines Beines gegenüber dem anderen Bein gibt
es nur selten. Längenunterschiede bis 1,5 cm können durch
entsprechende Bewegungen ausgeglichen werden. In den meisten Fällen
handelt es sich aber um eine scheinbare Beinverkürzung, deren
Ursache ein
Beckenschiefstand ist.
- Beschäftigungstherapie, Ergotherapie
- Handwerkliche und künstlerische Tätigkeit als
Therapie unter Anleitung, um
insbesondere die Bewegungen zu schulen.
- Beweglichkeit, Mobilität
- An einem Gelenk
unterscheidet man zwischen aktiver und passiver
Beweglichkeit. Die aktive Beweglichkeit ist der größtmögliche
Bewegungsspielraum, der durch eigene Bewegung (also den Einsatz
der Muskulatur) erreicht werden kann. Die passive
Beweglichkeit ist größer, weil das Gelenk noch etwas natürlichen Spielraum hat,
und wird erreicht, wenn das Gelenk von außen (beispielsweise
durch den behandelnden Arzt) bewegt wird. Der Begriff der Mobilität
entspricht, wenn er im engeren Sinne gebraucht wird, der aktiven
Beweglichkeit, ansonsten ist er gleichbedeutend mit der
Beweglichkeit.
- Bindegewebe, Textus connectivus
- Gewebe, das aus Zellen und
Interzellularsubstanz
besteht und als
Füllmaterial zwischen den Organen, als Hülle, als Speicher (etwa
für Fett, dann als Fettgewebe bezeichnet), als Halterung und
Stützgewebe, als Träger für Blutgefäße und Nervenbahnen
und so weiter dient. Zum Bindegewebe gehören auch Knochen und Knorpel.
Bindegewebe entsteht während der Entwicklung des
Keims aus dem mittleren
Keimblatt. Je nachdem,
wie die Interzellularsubstanz und die Zellen aufgebaut und angeordnet
sind, unterscheidet man verschiedene Arten von Bindegewebe.
- Im engeren Sinne versteht man unter Bindegewebe
das ungeformte Binde- und Stützgewebe, welches beispielsweise
das Fettgewebe und faseriges Bindegewebe umfaßt, das locker oder auch
straff sein kann. Als Stützgewebe im engeren Sinne
sieht man das geformte Binde- und Stützgewebe an, zu dem
Faserbündel wie Sehnen und Bänder sowie die Knorpel- und Knochengewebe
gehören.
- Bindegewebsschwäche
- Eine durch Veranlagung (beispielsweise Vererbung) bedingte
Minderwertigkeit des Stützgewebes, welche für entsprechende Schäden
anfällig macht, wie Krampfadern, Hernien oder zu locker hängende
Organe. Siehe auch Bindegewebe.
- Blockierung, Blockade
- Eine Funktionsstörung eines Gelenks,
die sich üblicherweise durch verminderte Beweglichkeit, eine
gesperrte Richtung,
Verspannungen und Schmerzen bemerkbar macht.
Nach derzeitigem Erkenntnisstand wird sie durch gestörte
Reflexe
ausgelöst, die von Schadensmeldern (Nocizeptoren)
der Gelenke ausgehen, beispielsweise den kleinen Wirbelgelenken in der
Wirbelsäule. (Siehe
Schema der Nocizeptorenreizverarbeitung in neuem Fenster.) Das
Beseitigen einer Blockierung durch
chirotherapeutische
Handgriffe nennt man auch das Lösen der Blockierung.
- Blutgerinnsel
- Eine Masse geronnenen Blutes, und zwar nach der Phase der
Blutgerinnung, in welcher sich das Gerinnsel zusammenzieht und
Flüssigkeit abgibt. Geht ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß auf
Wanderschaft, kann es Gefäße verschließen und schwere Schäden
hervorrufen, beispielsweise einen
Schlaganfall.
- Bronchie, Bronchus
- Eine der Luftleitungen, die sich – beginnend am Ende der Luftröhre –
immer weiter in die Lunge verzweigen, und zwar zunächst mit zwei
Hauptästen, dem rechten (Bronchus principalis dexter) und dem
linken (Bronchus principalis sinister).
-
-
- C:
-
- Chirotherapie
- Die Behandlung
von Funktionsstörungen am Bewegungsapparat und den Gelenken, insbesondere
denen der Wirbelsäule, die sich zurückbilden können. Dies geschieht
hauptsächlich durch gezielte Handgriffe. Die Chirotherapie wurde von Dr.
Karl Sell und anderen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg aus
Elementen der Osteopathie und der
Chiropraktik entwickelt und seitdem
ständig verbessert. Insbesondere wurden neue Griffe für die
Halswirbelsäule entwickelt, um Gefahrenquellen auszuschließen.
Die Chirotherapie wird von Ärzten ausgeübt.
Es gibt drei klassische Möglichkeiten, wie der Chirotherapeut mit der Hand
eingreifen kann, nämlich die Massage,
die
Mobilisation und die
Manipulation.
Die Zusatzbezeichnung „Chirotherapie“
für entsprechend ausgebildete Ärzte gibt es in Deutschland seit 1976
(zumindest in Westdeutschland).
- Chirotherapeut
- Ein Arzt, der durch Weiterbildung die Zusatzbezeichnung
„Chirotherapie“
erworben hat.
- Chiropraktik
- Eine von Chiropraktikern, die normalerweise keine Ärzte
sind, ausgeführte Behandlung
durch Handgriffe ähnlich der Chirotherapie.
Die Chiropraktik ist eine Schule, die auf den amerikanischen
Gemischtwarenhändler D. D. Palmer zurückgeht, der als Laienbehandler
tätig war. Palmer hatte Verbindungen mit Dr. Andrew Still, der die
Osteopathie begründete, und
schuf 1895 die erste Chiropraktiker-Schule in den Vereinigten Staaten
von Amerika. Deren Absolventen nennen sich inzwischen auch Chiropraktoren,
um sich von anderen Schulen zu unterscheiden. Die Chiropraktik ist vor
allem in den Vereinigten Staaten weit verbreitet und auch in der Schweiz
anerkannt. Chiropraktiker müssen in Deutschland ihre Zulassung nach dem
Heilpraktikergesetz erwerben.
- Chirurg
- Facharzt für Chirurgie.
- Chirurgie
- Dieses Gebiet der Medizin umfaßt die Erkennung und Behandlung von
Krankheiten, Unfallfolgen und Fehlbildungen, die sich durch
Krafteinwirkung (zum Beispiel beim Einrenken eines
ausgerenkten Gelenks) oder
durch „blutige“ Eingriffe in den Körper mit Hilfe von Instrumenten beheben lassen.
Siehe auch Operation.
- chronisch, chronicus
- Sich langsam entwickelnd, schleichend und langwierig.
- Computertomographie, CT
- Mit einem dünnen Bündel von Röntgenstrahlen wird eine bestimmte
Schicht aus verschiedenen Winkeln aufgenommen und daraus mit Hilfe eines
Rechners ein Bild ermittelt. Eine solche Aufnahme heißt
Computertomogramm.
-
-
- D:
-
- Deformation, Deformierung
- Eine verunstaltende Formveränderung eines Körperabschnitts oder
Organs nach der Geburt. Siehe auch
Deformität.
- Deformität
- Der Zustand, wie er sich aus einer
Deformation ergibt. Im
weiteren Sinne ist aber auch jede angeborene Mißbildung gemeint.
- Degeneration, Degeneratio
- Verschlechterung gegenüber dem Normalzustand im Aufbau und in der
Funktion, insbesondere Zellschäden durch gestörten Stoffwechsel.
- Depression, Depressio
- Dieses Wort hat gleich mehrere Bedeutungen. Zunächst einmal meint
man damit ein örtliches, krankhaftes Einsinken der Oberfläche des
Körpers oder eines Organs. Außerdem wird es für das Absenken des
Normaldrucks zum Unterdruck verwendet. Am bekanntesten ist es aber als
Bezeichnung einer seelischen Störung mit einer gedrückten,
pessimistischen und traurigen Stimmung, teilweise mit Angst und
Selbstmordneigung verbunden – in diesem Sinne verwenden wir es
normalerweise auch. Im engeren Sinne versteht man darunter die
endogene Depression, für welche keine körperliche Erkrankung
oder ein äußerer Anlaß als Ursache erkennbar ist.
- Diagnose, Diagnosis
- Befund – Die Benennung eines
Krankheitsbildes entsprechend den systematischen Bezeichnungen in
der Medizin. Siehe auch Diagnostik.
- Diagnostik
- Alles, was getan wird, um eine Krankheit zu erkennen und
entsprechend den Bezeichnungen der Medizin zu benennen. Dazu gehören
Untersuchungen und die Erhebung der
Anamnese durch Befragung des Patienten. Siehe auch
Diagnose.
- diskret
- Im klinischen Sprachgebrauch meint man damit „mit wenig auffallenden
Symptomen“.
- Dreimonatskolik
- Eine Bezeichnung für eine wiederkehrende Schmerzattacke beim
Säugling mit stundenlangem Schreien.
Dreimonatskoliken gehören zu den möglichen
Symptomen des
KiSS-Syndroms.
- Dysgnosie
- Hierunter versteht man eine Störung der Fähigkeit, Formen zu
erkennen, also eine leichte
Agnosie, in der
Psychologie auch
einen Intelligenzmangel.
- Dyskalkulie
- Schwierigkeiten beim Rechnen wegen einer Leseschwäche oder als Folge
einer Hirnerkrankung.
- Dysphonie, Dysphonemie, Dysphonia
- Störung der Stimmbildung bei einer Fehlfunktion oder Erkrankung des
Kehlkopfes oder allgemein die heisere, rauhe oder belegte Stimme. Im
engeren Sinne ist die gestörte Singstimme gemeint.
- Dysplasie
- Eine Fehlgestaltung oder Fehlbildung, die sich aus einer gestörten
Formentwicklung des Organs oder Gewebes ergibt.
- Dyspraxie
- Leichte Apraxie.
-
-
- E:
-
- Epicondylitis
- Entzündung oder Funktionsverschlechterung im Bereich eines
Epicondylus. Im Falle der
Funktionsverschlechterung oder gar Schädigung spricht man von einer
Epicondylopathie (Epicondylopathia). Siehe auch
Tennisellbogen.
- Epicondylopathie, Epicondylopathia
- Siehe Epicondylitis.
- Epicondylus
- Der einem Gelenkknorren
aufsitzende Knochenvorsprung, an dem Muskeln beginnen oder ansetzen.
-
-
- F:
-
- Facialisnerv, Nervus facialis
- Ein Gesichtsnerv, der die
Gesichtmuskulatur sowie die Speichel- und Tränendrüsen steuert und
außerdem für das Geschmacksempfinden und für das Gehör zuständig ist.
Schädigungen können somit zu Gesichtslähmungen, Hör- und
Geschmacksstörungen führen und die Tränendrüsen versiegen lassen.
- Freie Richtung
- Eine Bewegungsrichtung an einem blockierten Gelenk,
die nicht gesperrt ist,
bezeichnet man als freie Richtung. In dieser Richtung ist das Gelenk also voll
beweglich. Wenn es keine
freie Richtung gibt, ist die
Chirotherapie nicht anwendbar.
-
-
- G:
-
- Gelenk
- Ein Gelenk gibt es eigentlich immer dort, wo zwei oder mehrere
Knochen aneinanderstoßen, so daß sie mehr oder weniger gegeneinander
bewegt werden können. Gelenke werden normalerweise von Sehnen und
Bändern zusammengehalten.
- Gesichtsasymmetrie
- Schiefes Gesicht – Unterschiedliche Ausprägung
der beiden Gesichtshälften mit
Gesichtszügen, die sich stark unterscheiden können, oder gar
mit Größenunterschieden zwischen beiden Hälften. Dies sieht man besonders
deutlich auf Fotomontagen, wo neue Gesichter aus der einen
Gesichtshälfte und deren Spiegelbild zusammengebaut werden und
entsprechend aus der anderen Gesichtshälfte. Gesichtsasymmetrien können
eine Folge von Blockierungen
der Halswirbelsäule, vor allem im frühen Kindesalter (siehe
KiSS-Syndrom) sein.
- Gesichtsnerv
- Es gibt zwei Nerven im Gesicht. Der
Trigeminusnerv ist für die
Wahrnehmung (wie Berührungsreize) zuständig, während der
Facialisnerv die
Gesichtsmuskeln steuert.
- Gesperrte Richtung
- Während ein Gelenk normalerweise einen elastischen Anschlag hat,
wenn man es passiv bewegt (also durch jemanden anders bewegen läßt),
endet bei einer Blockierung
normalerweise die passive Bewegung abrupt, so als ob man gegen eine Wand
stößt. Eine solche Bewegungsrichtung bezeichnet man als gesperrte
Richtung. (Siehe auch freie
Richtung.)
- Gynäkologe
- Frauenarzt – Facharzt für
Gynäkologie.
- Gynäkologie
- Frauenheilkunde – Lehre von den weiblichen
Geschlechtsorganen und der Geburtshilfe.
-
-
- H:
-
- Halswirbelsäulensyndrom, HWS-Syndrom,
Zervikalsyndrom, Cervikalsyndrom
- Sammelbegriff für die Beschwerden, die von einer Erkrankung,
Verletzung oder Blockierung
der Halswirbelsäule ausgehen können.
- Hernie, Hernia
- Eingeweidebruch – Die Verlagerung eines Organs aus
seiner natürlichen Körperhöhle durch eine Lücke (die Bruchpforte,
die auch angeboren sein kann) nach außen in eine Ausstülpung (den
Bruchsack), die bereits vorhanden ist oder sich erst durch die
Verlagerung bildet. Verlagerung kann anfangs auch nur vorübergehend
sein. Bekannte Hernien sind der Nabelbruch durch den
Bauchnabel und der Leistenbruch in den Hodensack.
- Hexenschuß, Lumbago
- Ein Kreuzschmerz, der durch Selbstreizung der Nerven in der
Lendenwirbelsäule ausgelöst wird. Er setzt meist plötzlich ein, ist
meist stechend und zunächst auf Abschnitte beschränkt, ohne daß die
Nervenwurzeln des Ischiasnervs
gereizt sind. Der Hexenschuß ist häufig mit dem Lähmungsgefühlen,
gezwungener Haltung, eingeschränkten Bewegungen und dauernd angespannter
Muskulatur verbunden.
- Hörsturz
- Plötzlich auftretende Schwerhörigkeit im Innenohr, die bis zur
Taubheit reichen kann. Im engeren Sinne ist der
idiopathische Hörsturz gemeint, der durch Durchblutungsstörungen
(wie beispielsweise Gefäßverstopfungen) ausgelöst wird.
- Homöopathie
- Eine 1796 entdeckte und 1810 von Samuel Hahnemann eingeführte
Heilmethode mit zwei Grundsätzen. Der erste ist das
Ähnlichkeitsprinzip (Simileprinzip), wonach die Arznei
so gewählt wird, daß sie ähnliche
Symptome hervorruft, wie sie bei der zu bekämpfenden Krankheit
auftreten. Der zweite ist die Dosierung in abgestuften Verdünnungen (Potenzen),
wobei höheren Verdünnungen eine stärkere Wirkung zugeschrieben wird.
Letzteres gilt aber nur für die klassische Homöopathie; eine
andere Richtung, die man als Homöotherapie bezeichnen könnte,
lehnt die starken Verdünnungen ab. Die Arzneimittel werden nach den
Vorschriften des Deutschen Homoöpathischen Arzneibuches (HAB)
zubereitet und verdünnt. Siehe auch
Allopathie.
- Hormon
- Signalstoff – Ein chemischer Stoff, der von
bestimmten Zellen und Geweben des Körpers gebildet wird (ohne ihn zu
verbrauchen) und als Bote dient, um bestimmte Vorgänge auszulösen.
Hormone spielen beispielsweise beim Monatszyklus der Frauen eine
wichtige Rolle.
-
-
- I:
-
- Immunisierung
- Das Erzeugen einer Immunität,
und zwar entweder durch aktive Immunisierung (Feiung),
wobei der Körper mit den zu bekämpfenden Fremdkörpern oder zumindest
typischen Bestandteilen davon in Berührung kommt und sich darauf
einstellen kann, oder durch passive Immunisierung, bei
welcher die zur Abwehr nötigen Eiweißbausteine zugeführt werden, was
aber kaum länger als einen Monat hält.
- Immunität
- Bereitschaft des Körpers, Fremdkörper und eindringende
Kleinlebewesen zu bekämpfen. Dazu stehen ihm bestimmte Eiweißkörper
(Antikörper) und Abwehrzellen zur Verfügung. Siehe auch
Immunisierung.
- Infekt
- Darunter versteht man eine Infektion oder eine Infektionskrankheit.
Siehe Infektion.
- Infektion
- Ansteckung – Kleinlebewesen wie Bakterien, Viren,
Pilze und Parasiten dringen in den Körper ein vermehren sich dort. Je
nach Art der eindringenden Lebewesen, dem Ort des Eindringens und der
Abwehrbereitschaft des Körpers kann es zu einer Krankheit kommen
– der Infektionskrankheit –, zu einer
stummen Infektion – bei der man ohne Krankheitserscheinungen
immun wird – oder zu einem
Zusammenleben, das unschädlich oder gar zum beiderseitigen Vorteil ist.
Für das Letztere sind die Darmbakterien ein Beispiel.
- Infiltration, Infiltrierung
- In der Pathologie meint man
das krankhaft vermehrte Eindringen von Zellen und Flüssigkeiten in die
Zwischenräume zwischen den Organen und Geweben oder gar in das Innere
der Zellen selbst.
- Der Begriff wird aber auch für das Einbringen von Flüssigkeiten
mittels Injektion gebraucht.
Eine Behandlung durch Infiltration eines Medikaments heißt
Infiltrationstherapie. Eine Infiltrationsanästhesie ist
eine Lokalanästhesie, bei
der ein bestimmtes Gebiet mit einem
Lokalanästhetikum
durchtränkt oder durch einen umgebenden Ring von Einspritzungen betäubt
wird.
- Infusion
- Langsames Einbringen einer großen Menge an
Flüssigkeit in den Körper, und zwar meist tropfenweise über eine Hohlnadel. Dies kann
in ein Blutgefäß geschehen (intrarterielle Infusion
in eine Arterie, intravenöse Infusion
in eine Vene)
und seltener in den Darm über den After (rektale Infusion),
unter die Haut (subkutane Infusion) oder in den Knochen (intraossale
Infusion), beispielsweise das Brustbein.
- Injektion, Injectio, Iniectio
- Einspritzen – Ein schnelles Einbringen einer
Flüssigkeit in den Körper, meist mit einer Spritze, die eine Hohlnadel
hat. Man kann in ein Blutgefäß spritzen (intrarterielle Injektion
in eine Arterie, intravenöse
Injektion in eine Vene), in ein
Gelenk (intraartikuläre Injektion), in (intrakutane
Injektion) oder unter die Haut (subkutane Injektion),
möglichst tief in einen Muskel (intramuskuläre Injektion) und
so weiter.
- Internist
- Facharzt für Innere Medizin, also ein Spezialist für innere
Krankheiten.
- Interzellularsubstanz
- Stoffe, die von den Körperzellen gebildet und in den Raum zwischen
den Zellen ausgeschieden werden, um das Gewebe mit aufzubauen. Die
Interzellularsubstanz kann Fasern bilden – und heißt dann geformte Interzellularsubstanz –
oder als ungeformte Interzellularsubstanz ohne Struktur
bleiben und als eine Art Kitt die Fasern einschließen und verbinden.
Beide Arten treten stets gemeinsam auf, und zwar besonders in Knorpeln
und Knochen.
- Intubationsnarkose
- Dies ist eine Narkose,
bei der das Narkosemittel in der Atemluft
enthalten ist und über einen Schlauch direkt in die Luftröhre oder die
Bronchien eingeführt wird. Sie
wird meist mit einer Muskelentspannung kombiniert. Durch die
Intubationsnarkose werden die Luftwege freigehalten, es können keine
Fremdkörper eingeatmet werden, und die Atmung wird erleichtert.
- Irritationszone
- Eine Verhärtung, die im Bereich einer
Blockierung der Wirbelsäule
ertastet werden kann. Sie entsteht durch Anspannung der tiefen
Rückenmuskulatur. Die Größe ist verschieden. An der Halswirbelsäule
ist sie meist erbsengroß bis bohnengroß. An der Lendenwirbelsäule ist sie oft
bis eigroß und walzenförmig.
- Ischias
- Kurzbezeichnung für den
Ischiasnerv oder das
Ischiassyndrom.
- Ischiasnerv, Nervus ischiadicus
- Ein Nervenast, der vom Steißbein und den unteren Lendenwirbeln her
kommend aus dem Becken zur Kniekehle verläuft. Dort teilt er sich ein
zwei Äste auf, von denen der eine (Nervus peroneus communis oder Nervus fibularis)
am Wadenbein entlang zum Fußrücken gelangt, während der andere (Nervus tibialis)
dem Schienbein folgt und schließlich die Fußsohle erreicht. Der Ischiasnerv ist für die
Muskelsteuerung und die Hautreize des Unterschenkels und des Fußes
zuständig und steuert auch Teile der Oberschenkelmuskulatur.
- Ischiassyndrom, Lumbago-Ischias-Syndrom, Cotunnius-Syndrom
- Ein Syndrom, bei dem die
Nervenwurzeln im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeines
gereizt sind, mit Schmerzen, die plötzlich und beim Dehnen auftreten.
Außerdem ist die Wahrnehmung im Bereich des
Ischiasnervs (also in den
Beinen) gestört, die Reflexe und die Bewegungssteuerung können
ausfallen, und im Gewebe kann sich Wasser sammeln. Hinzu kommen dauernde
Muskelanspannung und eine Versteifung der Wirbelsäule, eventuell auch
eine Skoliose. Das Ischiassyndrom
wird meist durch einen Hexenschuß
angekündigt und meistens durch
Bandscheibenvorfälle
verursacht.
-
-
- J:
-
- juvenil
- Jugendlich, im Jugendalter auftretend.
-
-
- K:
-
- Keim, Embryo
- Eine Bezeichnung für das ungeborene Kind am Anfang seiner
Entwicklung aus der befruchteten Eizelle, und zwar, bis sich die Organe
herausbilden, was etwa am 84. Schwangerschaftstag (also gegen Ende des
dritten Schwangerschaftsmonats) erreicht ist.
- Keimblatt
- Während der Keimentwicklung
bildet eine befruchtete Eizelle durch ständige Zellteilung zunächst eine
Hohlkugel (Blasenkeim, Blastula), die sich dann einstülpt wie
ein Gummiball, den man bis zu seiner gegenüberliegenden Wand eindrückt.
Diese Einstülpung (Becherkeim, Gastrula) bildet drei
Zellschichten, die Keimblätter genannt werden: Das
äußere Keimblatt (Ektoderm) entwickelt sich später zu
Haut, Nerven, Sinnesorganen und Drüsen; das innere Keimblatt
(Entoderm) wird zum Darm und den anhängenden Organen; das
dazwischen liegende mittlere Keimblatt (Mesoderm)
bildet sich zu Muskeln, Blutgefäßen, Bindegewebe, Knochen, Knorpel und
Ausscheidungsorganen um.
- Kernspintomographie, Kernspinresonanztomographie, NMR, MRT
- Ein Verfahren, mit dem man Bilder aus dem Körperinneren gewinnen
kann. Dazu werden starke Magnetfelder und schwache Radiowellen
verwendet. Dies veranlaßt die Protonen in den Atomkernen vor allem des
Wasserstoffs (der in Wasser und Fett enthalten ist), sich entsprechend
auszurichten. Nach dem Abschalten des Magnetfelder und Radiowellen
fallen die Protonen wieder in ihre ursprüngliche Ausrichtung zurück und
strahlen dabei elektromagnetische Wellen ab, die man messen und zu
Bildern verarbeiten kann. Dabei kann man deutlich erkennen, wo viel
Wasserstoff (also Wasser und Fett) vorhanden ist und wo nicht.
- KiDD-Syndrom
- KiDD
ist eine Abkürzung für „Kopfgelenksinduzierte Dyspraxie und Dysgnosie“,
also durch Kopfgelenksblockierungen
hervorgerufene Koordinierungsstörungen bei Bewegungen (Dyspraxie) und
gestörte Erkennung von Formen (Dysgnosie). Das KiDD-Syndrom ist
typischerweise eine Spätform des
KiSS-Syndroms, wenn dieses unbehandelt
bleibt und die Kinder älter
werden. (Siehe auch Syndrom.)
- KiSS-Syndrom
- KiSS
ist eine Abkürzung für „Kopfgelenksinduzierte Symmetriestörung“,
also eine durch Kopfgelenksblockierungen
hervorgerufene Störung der Körperhaltung. Das KiSS-Syndrom tritt im
Säuglingsalter auf; die Blockierungen entstehen meist während der
Geburt, aber auch vorgeburtliche Blockierungen werden diskutiert. Man unterscheidet
zwei Hauptformen. Bei KiSS I steht die
Rumpf-Fehlhaltung nach einer Seite im Vordergrund. Die Wirbelsäule ist
nach rechts oder links gekrümmt (C-Skoliose), was auch als
Bananenhaltung bezeichnet wird. Bei KiSS II steht die
Überstreckung des Kopfes nach hinten im Vordergrund. Das Kind schaut
immer nach oben und verweigert die Bauchlage. Meistens handelt es sich
um Mischformen. Das KiSS-Syndrom äußert sich unter anderem in
Schlaflosigkeit und Schreiattacken oder aber übertriebenem
Schlafbedürfnis und Bewegungsfaulheit. Hinzu kommen Entwicklungs- und
Bewegungsstörungen. Wird es nicht
chirotherapeutisch
behandelt
– was frühestens im Alter von drei Monaten geschehen sollte –, so tritt als Spätform das
KiDD-Syndrom auf. Im Erwachsenenalter
kann es unter anderem zu
Gesichtsasymmetrien kommen. (Siehe auch
Syndrom.)
- Knorren, Condylus
- Kugelig abgerundetes Ende eines Knochens in einem Gelenk. Solche
Knorren gibt es am Oberarmknochen im Ellbogengelenk, am
Oberschenkelknochen im Kniegelenk gegenüber dem Schienbein und am
Schädelknochen beiderseits des Rückenmarks für Nickbewegungen.
- Kolik
- Das krampfhafte Zusammenziehen der Muskulatur eines Bauchorgans,
verbunden mit wehenartigen Bauchschmerzen, möglicherweise auch Übelkeit,
Erbrechen, Schweißausbrüchen und so weiter. Koliken können bei der
Galle, dem Darm, aber den Harnleitern auftreten.
- Komplikation
- Als Komplikation bezeichnet man eine außerordentliche Abweichung vom
normalen Verlauf der Grundkrankheit, die zu einer Verschlechterung führt
und meistens mit besonderen Symptomen
verbunden ist. Auch bei der
Chirotherapie kann es Komplikationen geben, wenn auch sehr selten. Als eine davon wird das
Wallenbergsyndrom
diskutiert.
- Krampfader, Varize, Varix
- Die Aufweitung und Schlängelung einer
Vene infolge nicht richtig schließender Herzklappen, die als Ventile
beim Herzschlag verhindern sollen, daß das Blut unter Druck in die Venen
zurückströmt, oder wegen zu schwacher Gefäßwand. Kampfadern können
(erblich) veranlagt sein oder beispielsweise durch einen Blutstau nach
einem Gefäßverschluß entstehen.
- kranial, cranial, cranialis
- Dieses Wort kann entweder „zum Schädel gehörend“ oder „kopfwärts gelegen“
bedeuten.
- Krankengeschiche
- Siehe Anamnese.
- Krankheitsbild
- Die Art und Weise, wie sich eine Krankheit darstellt und bemerkbar
macht, also die Gesamtheit der
Symptome. Ein Krankheitsbild ist ein wichtiger Hinweis darauf,
welche Krankheit vorliegt, aber oft haben mehrere Krankheiten ein
gleiches oder ähnliches Krankheitsbild. Der Begriff des Krankheitsbildes
wird aber auch als Sammelbegriff für eine Gruppe von
Krankheitsbildern gebraucht, die sich nur unwesentlich
unterscheiden. (Siehe auch
Symptomenkomplex, Syndrom.)
- Krankheitszeichen, Zeichen, Krankheitsmerkmal
- Siehe Symptom.
- Kreuzschmerz
- Im Bereich des Kreuzbeins ein- oder beidseitig auftretender
Schmerz, der dumpf und drückend
ist und bis in die Beine oder die Leiste ausstrahlen kann. Oft sind auch
die Lendenwirbelsäule und das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk betroffen. Als
Ursachen kommen Ermüdung (vor allem bei Fehlhaltung), Störungen am
Wirbel (insbesondere Blockierungen)
sowie Erkrankungen der Eingeweide im Bauch und Schwangerschaft in Frage.
-
-
- L:
-
- Lokalanästhesie
- Örtliche Betäubung – Das Erzeugen einer umkehrbaren
Empfindungslosigkeit und Schmerzfreiheit in einem bestimmten Bereich.
Dies kann auch durch Kälte geschehen. Eine örtliche Betäubung wird vor
allem bei kleinen Eingriffen verwendet und wenn eine
Narkose nicht angewandt werden
darf.
- Lokalanästhetikum, Lokalanästheticum
- Ein Mittel, das für eine
Lokalanästhesie, also eine örtliche Betäubung verwendet werden kann
und das zentrale Nervensystem wenig beeinflußt.
- Lymphe
- Eine eiweißhaltige und meist klare Flüssigkeit, welche die Zellen
und Gewebe ernährt und dafür in Lymphbahnen, also Gefäßen und
Gewebsspalten, fließt.
-
-
- M:
-
- Manipulation
- Eine chirotherapeutische
Behandlung,
bei der impulsartig (also ruckartig) auf ein
blockiertes
Gelenk in eine freie Richtung
eingewirkt wird. Dazu wird der Patient zunächst entsprechend gelagert.
Danach nimmt die Hand des Chirotherapeuten mit dem zu bewegenden
Skelettanteil Kontakt auf. Durch Spannung
wird das Gelenk in eine freie Richtung gedehnt;
es folgt der Probezug, welcher die Spannung noch
verstärkt und weit über das hinausgeht, was später beim Impuls erfolgt.
Dadurch werden Gegenanzeigen ausgeschlossen. Und schließlich der rasche
Impuls, welcher nur ein Zehntel der Krafteinwirkung betragen soll, die
vorher bei der Spannung ausgeübt wurde. Er ist ganz, ganz klein und
rasch, wie ein darauf gesetzter i-Punkt. Er kann – muß aber nicht – von
einem Knacken begleitet sein. Das Knacken zeigt lediglich an, daß das
Gelenk zum Klaffen gebracht wurde, und wird wohl eher dadurch
verursacht, daß sich berührende Gelenkflächen voneinander lösen, als daß
Gasbläschen platzen, wie gelegentlich behauptet wird. Oft ist der Impuls
überhaupt nicht erforderlich, weil sich viele Blockierungen bereits bei
der Spannung oder beim Probezug lösen. Die passive
Beweglichkeit
des Gelenks wird bei der Manipulation nicht überschritten.
- Manuelle Medizin, manuelle Therapie,
Manualtherapie
- Eine Behandlungsmethode, bei welcher die
Diagnostik und
Behandlung von
Funktionsstörungen am Bewegungsapparat mit den Händen erfolgt. In
Deutschland erhalten Ärzte mit einer solchen Zusatzausbildung die
Zusatzbezeichnung „Chirotherapie“,
das heißt, hier gibt es zwischen den Begriffen der Chirotherapie und der
manuellen Medizin keinen wirklichen Unterschied. Man kann den Begriff
der manuellen Medizin als Versuch ansehen, einen Oberbegriff für die
Vielfalt von Schulen und Bezeichnungen in den verschiedenen Ländern zu
finden, der auch für Nichtärzte anwendbar ist.
- Manualtherapie ist im Allgemeinen nur ein anderes Wort
für Chirotherapie.
- Massage
- Die Massage wirkt auf das weiche Gewebe, wie die Haut, die
Muskulatur und möglicherweise auch auf Sehnen und Bänder. Die klassische
Massage erfolgt mit der Hand durch knetende und streichende Bewegungen,
auch durch Klopfen. Daneben gibt es allerlei andere Formen wie
Unterwassermassagen mit einem Wasserstrahl,
Reflexzonenmassagen (beispielsweise an bestimmten Zonen der Fußsohle mit Wirkung
auf andere Gegenden des Körpers) und Lymphdrainagen (streichende Massagen mit den Fingerkuppen entlang der
Lymphbahnen). Auch bestimmte Techniken, mit denen der Chirotherapeut
Muskelverspannungen
lockern kann, können unter die Massagen gerechnet werden.
- Meniskus
- Meniscus articularis – Ein faserig-knorpelig Ring
mit keilförmigem Querschnitt, der als Ausgleichsscheibe zwischen den
Knochenenden liegt, die das Gelenk bilden. Am Kniegelenk gibt es einen
Meniskus (den Meniscus lateralis oder Meniscus fibularis)
an der Außenseite, also über dem Wadenbein, und einen (den Meniscus
medialis oder Meniscus tibialis) an der Innenseite,
also über dem Schienbein.
- In der Physik bezeichnet Meniskus auch die obere Begrenzungsfläche
einer Flüssigkeit im stehenden Rohr, an deren tiefsten Punkt (in der
Mitte des Rohres) in Meßgläsern und Pipetten abgelesen wird.
- Meniskus wird auch als Bezeichnung für ein beidseits durchgebogenes
Brillenglas verwendet.
- Migräne
- Eine einfache Migräne äußert sich in meist halbseitigen
Kopfschmerzen, die als Anfall auftreten und sich dabei in gleichmäßigen
Abständen wiederholen, ohne daß eine organische Veränderung als Ursache
erkennbar wäre. Bei der klassischen Migräne kommen noch
Störungen des Nervensystems hinzu wie beispielsweise
Wahrnehmungsstörungen, Gesichtsfeldeinschränkungen, Bewegungs- und
Sprachstörungen. Beide Arten können von Übelkeit und Brechreiz begleitet
sein.
- Mobilisation, Mobilisierung
- Eine chirotherapeutische
Behandlung, bei der schubweise
und rhythmisch auf ein blockiertes
Gelenk in Längs- oder Querrichtung eingewirkt wird. Diese Schübe oder
Züge sind weich und langsam und können sich allmählich verstärken,
während das Gelenk immer beweglicher wird. Dabei wird die passive
Beweglichkeit des Gelenks
nicht überschritten.
- Mobilität
- Siehe Beweglichkeit.
- Motorik
- Die von der Hirnrinde aus gesteuerten, gezielten Bewegungsvorgänge,
die auch stets eng mit der Wahrnehmung verknüpft sind.
- motorisch
- Der Bewegung dienend oder die
Motorik betreffend. Unter motorischer Unruhe versteht man
übermäßige Bewegungen ohne äußeren Grund bei
psychisch Kranken.
-
-
- N:
-
- Narkose
- Eine zeitweilige, vollkommen umkehrbare Hemmung des zentralen
Nervensystems, um Bewußtlosigkeit und Schmerzfreiheit für
Operationen zu
erreichen. Dabei werden auch die bewußte (eventuell auch die unbewußte)
Muskeltätigkeit ausgeschaltet, die Muskelspannung verringert und Atmung
und der Kreislauf gedämpft. Das Narkosemittel, welches die Narkose
auslöst, kann beispielsweise gespritzt oder der Atemluft beigemischt
werden.
- Nebenhöhle, Nasennebenhöhle, Sinus nasalis, Sinus paranasalis
- Hohlräume, die mit der Nasenhöhle offen verbunden, mit
Schleimhaut
ausgekleidet und mit Luft gefüllt sind. Sie liegen unter anderem im
Oberkieferknochen beidseits der Nase und oberhalb der Nase im Stirnbein.
- Nebenhöhlenentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Sinusitis,
Sinuitis
- Eine Entzündung der
Nasennebenhöhlen kann akut oder
chronisch sein. Sie kann sogar alle
Nebenhöhlen betreffen, eitrig werden und sich beispielsweise aus einem
normalen Schnupfen oder einer allergischen Nasenentzündung entwickeln.
Sie äußert sich vor allem in Schmerzen
beim Drücken und Klopfen in den betreffenden Bereichen sowie
Kopfschmerzen und Fieber.
- Die Begriffe Sinusitis und Sinuitis werden
auch für die Entzündung eines Hirnblutleiters gebraucht, der
sauerstoffarmes Blut vom Hirn zum Herzen zurück bringt.
- Nebenwirkung
- Damit bezeichnet man eine unerwünschte Wirkung einer
Behandlung oder
einer Arznei, wobei es keine Rolle spielt, ob sie bekannt und
vorhersehbar ist oder unerwartet auftritt.
- Nervensystem
- Die Gesamtheit der Nerven – also der Organe, die für die Wahrnehmung, Informationsverarbeitung und
Steuerung zuständig sind – wird in verschiedene Einheiten (Systeme)
unterteilt, wofür es verschiedene Gliederungen gibt. Zunächst einmal
kann man nach dem Aufbau unterscheiden zwischen dem zentralen
Nervensystem (ZNS),
bestehend aus dem Gehirn und dem Rückenmark, und dem peripheren
Nervensystem, welches aus den Hirnnerven (die am Hirnstamm
austreten und für Kopf und teilweise Hals, Brust und Bauch zuständig
sind) und den Spinalnerven (die seitlich aus dem Rückenmark
an den Wirbeln der Wirbelsäule austreten) besteht. Ferner unterscheidet
man nach den Aufgaben zwischen dem animalen Nervensystem, das
für die Beziehungen zur Außenwelt zuständig ist (einschließlich der
bewußten und unbewußten Muskelsteuerung und der Sinneswahrnehmung), und
dem vegetativen Nervensystem, welches sich um die Entwicklung
und Erhaltung des Körpers kümmert und unbewußt arbeitet. Das vegetative
Nervensystem wird noch unterteilt in das sympathische Nervensystem
(Sympathikus, Sympathicus, Pars sympathica) und das
parasympathische Nervensystem (Parasympathikus,
Parasympathicus, Pars parasympathica), die einander
entgegenwirken.
- Neurologie
- Nervenheilkunde – Teilgebiet der Medizin, das sich
mit den Erkrankungen des Nervensystems und auch der Muskulatur befaßt.
Ein darauf spezialisierter Arzt heißt Neurologe.
- Nocizeptor, Nociceptor, Nozizeptor, Nozirezeptor
- Schadensmelder – Ein Wahrnehmungsorgan, das auf
schädliche Einwirkungen reagiert und dies über Nervenbahnen
weitermeldet. Nociceptoren gibt es in Gelenken wie dem kleinen
Wirbelgelenk zwischen zwei Wirbeln; sie bewirken beispielsweise, daß man
ein verletztes Gelenk schont. Man nimmt an, daß ihre Reizung
Blockierungen auslösen kann.
- Nystagmus
- Damit bezeichnet man allgemein unwillkürliche, rhythmische
Bewegungen eines Organs. Im engeren Sinne ist das
Augenzittern gemeint, wobei die Bewegungen gleichmäßig wie bei
einem Pendel erfolgen können oder aber in der einen Richtung langsam und
dann gleich darauf schnell in die andere Richtung.
-
-
- O:
-
- Ohrgeräusche, Ohrensausen
- Siehe Tinnitus.
- Operation
- Ein Eingriff in einen lebenden Körper, um eine Heilung zu erreichen
oder um im Tierversuch zu forschen. Im engeren Sinne ein
Eingriff in den menschlichen Körper, der nur bei Notwendigkeit
und kunstgerecht erfolgt. Da es sich um einen Eingriff in die
körperliche Unversehrtheit des Menschen handelt, muß – außer bei Lebensgefahr –
der Betroffene oder Sorgeberechtigte nach vorheriger Aufklärung über die
Gefahren einwilligen. Der Arzt, welcher die Operation vornimmt, also
operiert, wird als Operateur bezeichnet.
- Orthese
- Ein Orthopädisches Hilfsmittel,
welches die Haltung berichtigen und stützen soll, wie beispielsweise ein Korsett
oder eine Bandage.
- Orthopäde
- Facharzt für Orthopädie.
- Orthopädie
- Dieser Begriff wurde 1741 von N. Andry eingeführt, und er bezeichnet die Lehre von
den Störungen des Bewegungsapparates, seien sie nun angeboren oder erst
später erworben.
- Osteopathie
- In der Medizin bezeichnet Osteopathie oder
Osteopathia eine Knochenerkrankung.
- In der manuellen Medizin bezeichnet
Osteopathie eine von dem amerikanischen Arzt Dr. Andrew Still
entwickelte Methode. Dieser interessierte sich 1874 für die inzwischen
über 200 Jahre lang weitgehend in Vergessenheit geratenen Methoden der
manuellen Medizin und gründete eine Schule, deren Absolventen die
Bezeichnung Osteopathen tragen, aber normalerweise keine
Ärzte sind. Die Osteopathie ist vor allem im angelsächsischen Raum
(England und Vereinigte Staaten von Amerika) verbreitet.
- Osteoporose
- Eine stoffwechselbedingte Knochenerkrankung (Osteopathie)
mit unbekannter Ursache, bei der sich das Knochengewebe örtlich oder
allgemein ausdünnt, ohne daß sich die Form der Knochen ändert. Die so
geschwächten Knochen halten nicht mehr so viel aus und neigen zum
Brechen oder zu einer spontanen
Verformung.
-
-
- P:
-
- Pädiatrie
- Kinderheilkunde. Ein Pädiater ist ein Facharzt für
Kinderheilkunde (Kinderarzt).
- Pathologie
- Lehre von den abnormalen und krankhaften Zuständen und Vorgängen im
Körper samt deren Ursachen.
- Phlegma
- In der Psychologie die
Bezeichnung für ein langsames, aber zähes Temperament, im normalen
Sprachgebrauch auch im Sinne von mangelnder Erregbarkeit,
unerschütterlicher Ruhe und Trägheit. Das Wort kommt aus dem
Altgriechischen und heißt „
zäher Schleim
“, und in der
antiken Medizin ging man davon aus, daß Schleim als einer der vier
Körpersäfte den Menschen träge und gleichmütig macht, wenn er überwiegt.
- Physiologie
- Physiologie im weiteren Sinne ist die
Wissenschaft von der belebten Natur; und so wurde sie auch in der Antike
verstanden.
- Im engeren Sinne ist die Physiologie die
Wissenschaft von den normalen Lebensvorgängen. Früher gehörten zur
Physiologie als Hochschulfach auch die chemischen Vorgänge in den
Zellen, bis sie in die Biochemie ausgelagert wurden. Die
Physiologie hat verschiedene Teilgebiete, wie Muskelphysiologie,
Kreislaufphysiologie, Nervenphysiologie (Neurophysiologie)
und Sinnesphysiologie.
- Physiotherapie, Physikalische Therapie
- Anwendung physikalischer Mittel wie Licht, Wärme, Krafteinwirkung,
Elektrizität und Magnetismus bei der Vorsorge,
Therapie und
Rehabilitation.
Radioaktiver Strahlung wird aber nicht in der Physiotherapie verwendet.
Zur Physiotherapie gehören insbesondere die Bewegungstherapie, also die
Krankengymnastik, Bäder und Massagen.
- physisch
- Körperlich, die materielle Seite des Körpers betreffend, im
Gegensatz zur psychischen Seite.
- Potenz
- Allgemein für Macht und Kraft.
- Als Potentia coeundi die Fähigkeit zum Beischlaf, im
engeren Sinne diejenige des Mannes.
- In der Mathematik eine wiederholte Multiplikation einer Zahl mit
selbst, etwa 24 = 2∙2∙2∙2 = 16, wobei die 2 die Basis
und die 4 der Exponent ist, sowie die verallgemeinerte Potenz
für beliebige Zahlen als Exponenten.
- In der Homöopathie der
Verdünnungsgrad einer Arznei, gemessen in der Anzahl der wiederholten
zehnfachen oder hundertfachen Verdünnungen. D 4 bezeichnet beispielsweise
eine viermal ausgeführte zehnfache Verdünnung, also eine Verdünnung um
den Faktor 104 = 10.000 = 1002, und entspricht
somit C 2, einer doppelt ausgeführten hundertfachen Verdünnung.
- Als neuroleptische Potenz ein Maß für die Wirksamkeit von
Medikamenten, welche die Psyche
beeinflussen sollen.
- primär
- In der Medizin steht dieses Wort für „anfänglich“, „ursprünglich“, „unmittelbar entstanden“
oder „im ersten Stadium“. Siehe auch
sekundär.
- progredient
- Fortschreitend.
- pseudoradikulär
- Von einer Blockierung
eines Wirbels über einen
Nocizeptorenreiz ausgehend und fälschlich so erscheinend, als wäre ein Reiz
der am Wirbel aus dem Rückenmark kommenden Nervenwurzel die Ursache.
- Psyche
- Im weiteren Sinne ist damit die Seele im Gegensatz zum Leib
gemeint. Im engeren Sinne werden darunter alle bewußten und
unbewußten seelischen Vorgänge verstanden, als Gegenstück zu den rein
körperlichen Vorgängen.
- Psychiater
- Facharzt für Psychiatrie.
- Psychiatrie
- Seelenheilkunde – Medizinisches Teilgebiet, das
sich mit psychischen Krankheiten
und seelischen oder gesellschaftlichen Verhaltensauffälligkeiten befaßt.
- Psychologie
- Seelenkunde – Die Lehre, wie das Bewußtsein und das
Verhalten funktionieren, was bewußte Vorgänge und Zustände verursacht
oder bewirken und wie sich dadurch die Persönlichkeit entwickelt. Die
drei wichtigsten Ansätze sind die im Wesentlichen auf Sigmund Freud
(1856-1939) zurückgehende Psychoanalyse – welche sich
vor allem mit den Trieben und den unbewußten Erinnerungen befaßt –,
der Behaviorismus – welcher sich bevorzugt dem äußeren Verhalten,
den Reaktionen und den Reflexen
widmet und eine amerikanische Richtung der Psychologie ist – und der Kognitivismus –
der vor allem das Bewußtsein betrachtet.
Fachleute auf dem Gebiet der Psychologie bezeichnet man als
Psychologen.
- Psychopharmakum, Psychopharmakon
- Ein Arzneimittel, das auf die
Psyche wirkt, wie beispielsweise ein Beruhigungsmittel oder ein
Antidepressivum, das die Stimmung bei einer
Depression aufhellen soll.
- Psychosomatik
- Die Lehre von den Beziehungen zwischen Leib und Seele. Derartige
Wechselwirkungen gibt es bei jeder Krankheit. Im engeren Sinne
versteht man unter psychosomatischen Krankheiten solche, bei
denen sich körperliche Krankheiten aus einem andauernden seelischen
Konflikt heraus entwickeln, wo sich also seelische Störungen körperlich
bemerkbar machen.
- Psychotherapie
- Behandlung
psychischer, emotionaler,
psychosomatischer und
Verhaltensstörungen mit Mitteln der
Psychologie, sei es nun in
Einzelgesprächen oder in der Gruppe.
-
-
- Q:
-
- Quaddel, Urtica
- Eine Hauterhebung durch eine Flüssigkeitsansammlung in den oberen
Hautschichten (Oberhaut und Lederhaut), aber auch nach einer
intrakutanen Injektion.
-
-
- R:
-
- reflektorisch
- Als Reflex ablaufend oder durch
einen Reflex bedingt.
- Reflex
- Eine automatische Reaktion (eines Muskels oder einer Drüse) auf
einen Reiz, die unmittelbar und unwillkürlich erfolgt, und zwar
normalerweise immer wieder auf die gleiche Art. Bedingte Reflexe
sind anerzogen, also erlernt, unbedingte Reflexe sind es
nicht. Reflexe sind eine schnelle und meist richtige Anpassung an die
Umwelt. Der bekannte Kniesehnenreflex oder
Patellarsehnenreflex ist ein Beispiel eines bedingten Reflexes; er
führt in kürzester Zeit nach einem Schlag auf die Ansatzsehne zu einem
Strecken des Beins und verhindert oft genug, daß wir beim Stolpern
hinfallen.
- Rehabilitation
- Maßnahmen, die unternommen werden, um gesellschaftlich,
geistig-seelisch oder körperlich benachteiligte Personen wieder in das
normale Berufs- und Privatleben einzugliedern. Dies gilt auch nach
Krankheiten und Operationen. Zur Rehabilitation gehören unter anderem
die medizinische Nachsorge, Übungen und Umschulungen.
- Reizpunkt
- Bestimmter Punkt an der Haut, an dem man Organe elektrisch reizen kann.
Im engeren Sinne sind die Reizpunkte für die Nerven und die
Muskeln gemeint.
- Rheuma, Rheumatismus
- Eine an den Symptomen
ausgerichtete Sammelbezeichnung für schmerzhafte und die Funktion
beeinträchtigende Zustände an Muskeln und Skelett, einschließlich
anderswo auftretender Vorgänge. Dieser Begriff hat also als
Diagnose keinen Wert, sondern
erst die Nennung der entsprechenden Krankheit. Beim Rheumatismus
unterscheidet man zwischen dem idiopathischen Rheumatismus
mit unbekannter Ursache, dem infektiösen Rheumatismus, der
durch eine Infektion ausgelöst
wird, dem allergischen Rheumatismus, der durch
Allergien entsteht und dem
degenerativen Rheumatismus infolge von
Degeneration.
- Risikofaktor
- Ein Umstand, der auf eine besondere Gesundheitsgefährdung oder eine
Anfälligkeit für eine bestimmte Krankheit schließen läßt. Der
Zusammenhang muß dabei nicht ursächlich nachgewiesen sein, sondern
ergibt sich häufig aus Statistiken.
- Röntgenologie
- Die Lehre von den Röntgenstrahlen, und wie sie zur Untersuchung und
zur Heilung verwendet werden können. Bei den 1905 von Wilhelm Conrad
Röntgen (1845-1923) entdeckten Röntgenstrahlen oder
X-Strahlen handelt es sich um elektromagnetische Wellen, die
kurzwelliger als das nicht mehr sichtbare ultraviolette Licht sind und
den Körper durchdringen können. Somit eignen sie sich für Aufnahmen mit
dem Röntgengerät.
-
-
- S:
-
- Schadensmelder
- Siehe Nocizeptor.
- Schiefes Gesicht
- Siehe
Gesichtsasymmetrie.
- Schiefhals, Torticollis, Caput obstipum
- Angeborene oder später erworbene Schräghaltung des Kopfes,
möglicherweise von einer
Gesichtsasymmetrie und unterschiedlichen Schädelhälften begleitet (Gesichtsskoliose).
Dabei können auch Blockierungen
eine Rolle spielen.
- Schlaganfall, Schlag, Gehirnschlag,
apoplektischer Insult, Apoplexia cerebri
- Sehr oder wenig heftig einsetzendes
Syndrom wegen gestörter
Durchblutung des Gehirns, in Folge eines Blutgefäßverschlusses oder
eines Gefäßrisses mit Blutung ins Gehirn. Die Folgen reichen von einer
Rückbildung ohne Schäden binnen eines Tages über nicht behebbare Schäden
bis zum Tod.
- Schleimbeutel, Bursa synovialis, Bursa
mucosa
- Beutel mit Gelenkschmiere, also einer Gleitflüssigkeit, welche die
Reibung verringern soll, wo Sehnen über Knochen und unter Bändern
verlaufen. Schleimbeutel sind möglicherweise mit dem benachbarten Gelenk
verbunden.
- Schleimbeutelentzündung, Bursitis
- Die Entzündung eines Schleimbeutels
kann akut oder
chronisch sein. Sie tritt häufig
nach einer Infektion, aber auch
nach einem stumpfen Trauma
(beispielsweise ein Stoß gegen einen stumpfen Gegenstand ohne äußere
Verletzungen) auf und macht sich vor allem durch Schwellung, Hautrötung
und örtliche Schmerzen bemerkbar. Schleimbeutelentzündungen können mit
Blockierungen verbunden sein,
zum Beispiel im Schulterbereich.
- Schleimhaut, Mukosa, Tunica mucosa
- Die Schleimhaut kleidet Hohlorgane aus und ist nicht verhornt wie
die normale Haut. Sie enthält Drüsen, welche einen Schleim absondern,
der die Schleimhautoberfläche als Schutzfilm bedeckt. Dadurch wird die
Schleimhaut gleitfähig und vor Reizen geschützt. Der Schleim fließt
durch eine natürliche Körperöffnung ab und schützt so auch vor Keimen
und ist tötet außerdem selbst Fremdkeime ab. Schleimhäute kommen
beispielsweise in der Nase und den
Nebenhöhlen, in Mund und Rachen, im Darm und in der Scheide vor.
- Schleudertrauma
- Eine Verletzung der Halswirbelsäule und möglicherweise sogar des
Schädels und des Hirns, die durch ein schnelles Zurück- und
Vorschleudern des Kopfes bei einem Auffahrunfall entsteht, vor allem bei
den Insassen des angefahrenen Wagens. Es können Wirbelverstauchungen,
Wirbelbrüche, Bänderrisse und Quetschungen von Nerven und Blutgefäßen
entstehen, aber auch Blockierungen.
- Schmerz
- Schmerz ist eine sehr unangenehme Empfindung, die im Allgemeinen
durch schmerzerzeugende
Nocizeptoren ausgelöst wird. Diese sprechen auf bestimmte chemische,
Temperatur-, mechanische oder elektrische Reize an und erzeugen
daraufhin eine Schmerzempfindung. Häufig sind auch noch andere
Sinnesorgane beteiligt. Schmerz ist ein
Hauptsymptom für eine Entzündung.
Ein fortgeleiteter Schmerz breitet sich im Gebiet des
betroffenen Nervs aus. Ischämischer Schmerz entsteht durch
schlechte Durchblutung und verstärkt sich bei Wärme und Bewegung
und schwächt sich bei Kälte und Ruhe ab. Übertragener oder
viszeraler Schmerz ist ein von einem inneren Organ
ausgehender Eingeweideschmerz, der dumpf und stark ist, aber sich kaum
örtlich begrenzen läßt; er wird beispielsweise durch
Durchblutungsstörungen ausgelöst. Man kann die Schmerzen auch nach dem
auslösenden Reiz unterscheiden. Druckschmerz beispielsweise
entsteht durch Druck auf eine bestimmte Stelle, Dehnungsschmerz
beim Dehnen.
- Schulter-Arm-Syndrom
- Dieses Syndrom dient als
Sammelbegriff für Reizungen und Ausfälle der vom Rückenmark im Bereich
der Halswirbelsäule ausgehenden Nervenwurzeln, die bis in die Arme und
Hände ausstrahlen können. Dies kann sich in Schmerzen, Kribbeln,
Gefühlsstörungen, Muskelschwund und schlecht durchbluteten Fingen
bemerkbar machen. Als Ursachen kommen unter anderem Bandscheibenschäden
(siehe Bandscheibenvorfall),
Knochenkrankheiten, aber auch häufig
Blockierungen in Frage.
- Schultersteife, schmerzhafte Schultersteife, Periarthritis
humeroscapularis
- Schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Schultergelenks durch
Degeneration der Sehnen,
Sehnenansätze, Muskelübergänge und Schleimbeutel, möglicherweise auch
der Knorpel und Knochen. Nach der ersten,
akuten Phase, welche das Gelenk ruhigstellt, kann das Gelenk
entweder wieder normal bewegt werden, oder die Krankheit wird
chronisch. Dabei geht die
Schultersteife meistens von einer
Schleimbeutelentzündung aus. Ursache sind häufig
Blockierungen der unteren
Hals- und oberen Brustwirbelsäule sowie der ersten Rippe.
- sekundär
- Dieses Wort wird in der Medizin für „nachfolgend“, „abhängig“, „zweitrangig“
oder „im zweiten Stadium“ gebraucht. Siehe auch
primär.
- Skoliose
- Dauerhafte Krümmung der Körperachse nach der Seite, beispielsweise
bei der Gesichtsskoliose, wo sich die Gesichtshälften
unterschiedlich ausprägen, indem die kranke Hälfte kürzer und breiter
wird und sich der Schädel seitlich verbiegt (siehe auch
Gesichtsasymmetrie).
Im engeren Sinne – den wir auf unseren Internet-Seiten
normalerweise zugrundelegen –
ist die Wirbelsäulenskoliose gemeint, bei der neben der
seitlichen Krümmung häufig noch eine Verdrehung entlang der Längsachse
(Torsion) hinzukommt. Es gibt verschiedene Formen der Skoliose, die zum
Einen nach der Ursache und zum Anderen nach dem Aussehen benannt werden.
Besonders ausgeprägte Skoliosen können eine C- oder S-Form annehmen und
heißen daher auch C-Skoliose beziehungsweise S-Skoliose.
Die Wirbelsäulenskoliose kann bereits angeboren sein oder erst später
entstehen, beispielsweise durch Lähmungen oder Muskelschwund. Skoliosen
sind häufig mit zahlreichen
Blockierungen verbunden. Die häufigste Form der Skoliose ist die
sogenannte idiopathische Skoliose, über deren Entstehung und
Ursache man nichts weiß. Bei Kindern in der Wachstumsphase können die
einzelnen Wirbel unterschiedlich stark wachsen und sich verformen und
verdrehen. Je früher eine Skoliose entdeckt und behandelt wird, desto
größer ist auch der Behandlungserfolg.
Dies gilt auch für Skoliosen, die
durch Blockierungen verursacht werden und sich
chirotherapeutisch beheben
lassen, wie beim KiSS-Syndrom.
- spontan, spontaneus
- Von selbst, unwillkürlich, ohne äußere Ursache oder Einwirkung
entstehend.
- Spontanheilung
- Selbstheilung durch die natürlichen Fähigkeiten des Körpers, also
sein Immunsystem und seine Wiederherstellungsmöglichkeiten, und nicht
als Folge von Heilmaßnahmen.
- stationär
- Eine Krankenhausstation betreffend oder unveränderlich bleibend.
- Symptom, Symptoma
- Dieser Begriff steht allgemein für ein Zeichen, in der Medizin für
ein Krankheitszeichen
– oft auch nur Zeichen genannt –
oder Krankheitsmerkmal, also
für ein besonderes Merkmal oder eine Abweichung vom normalen, gesunden Zustand,
das für eine Krankheit
spricht. Manche Symptome sind geradezu typisch für eine bestimmte
Krankheit, andere sind als „Allerweltssymptome“ so ungenau
und verbreitet, daß man an ihnen allein kaum erkennen kann, welche
Krankheit vorliegt. Die wichtigsten Symptome einer Krankheit werden als
Hauptsymptome oder Kardinalsymptome bezeichnet.
Die Gesamtheit der Symptome einer Krankheit bezeichnet man als
Symptomatik.
- Symptomenkomplex
- Eine Gruppe von Symptomen, die für ein bestimmtes
Krankheitsbild
sprechen. Im engeren Sinne verwendet man diesen Begriff, wenn die
Ursache unbekannt ist (siehe auch
Syndrom).
- Syndrom
- Als Syndrom faßt man bestimmte Abweichungen vom normalen, gesunden
Zustand zusammen, von denen man weiß oder vermutet, daß sie miteinander
zusammenhängen. Im weiteren Sinne ist ein Syndrom ein
Krankheitsbild,
bei dem meist immer wieder die gleichen Krankheitszeichen (Symptome)
auftreten, auch wenn die Ursachen unbekannt oder vielfältig sind (siehe
auch Symptomenkomplex). Ein
Syndrom wird oft nach demjenigen benannt, der es zuerst beschrieb, aber
es wird auch nach der Hauptursache, der Krankheitsentwicklung oder nach
dem Hauptsymptom benannt.
-
-
- T:
-
- Tennisellbogen, Tennisellenbogen
- Der echte Tennisellbogen, die
Epicondylopathia humeri radialis,
ist eine Funktionsverschlechterung oder Schädigung im Bereich des Ellbogengelenks, und
zwar genauer an dem Knochenvorsprung des Oberarmknochens, welcher der
Speiche zugewandt ist (siehe auch
Epicondylopathie).
Dies führt vor allem zu Schmerzen im Unterarm,
die zur Hand hin ausstrahlen und verstärkt beim Wringen, Ballen zur
Faust oder beim Tennisschlag auftreten. Meistens handelt es sich um
einen Überlastungsschaden, der wieder abklingt. Tennisspielen ist dabei
nur in einem Bruchteil der Fälle die Ursache.
- Der falsche Tennisellbogen hat ähnliche
Symptome, ist aber kein
Überlastungsschaden, sondern durch
Blockierungen bedingt, wobei eine ganze Reihe von Gelenken im
Bereich der Halswirbelsäule, der oberen Brustwirbelsäule, der Schulter,
des Ellbogens und des Handgelenks in Frage kommen. Er heilt auch nicht
allmählich wieder ab, wenn er nicht
chirotherapeutisch
behandelt
wird, sondern widersteht in der Regel anderen Behandlungsversuchen.
- Therapie, Therapia
- Die Maßnahmen, die ergriffen werden, um eine Krankheit zu heilen.
Eine äthiotrope oder kausale Therapie ist gegen
die Ursachen der Krankheit gerichtet; eine symptomatische Therapie
bekämpft nur die Krankheitserscheinungen (siehe auch
Symptom). Eine spezifische
Therapie ist gezielt; eine unspezifische Therapie
fördert nur allgemein die Heilung. Eine konservative Therapie
verzichtet auf Operationen und verwendet vor allem Medikamente, im
Gegensatz zur operativen Therapie durch
chirurgische
Eingriffe (Operationen). Es gibt noch weitere Unterteilungen nach der
Art der Therapie. Siehe auch
Behandlung.
- Therapieresistenz
- Das Nichtansprechen einer Krankheit auf eine
Therapie.
- Tinnitus, Tinnitus aurium
- Ohrensausen, Ohrgeräusche – Wahrnehmung
störender Töne oder Geräusche, die entweder aus dem Köper selbst stammen
(wie Muskel und Gelenkgeräusche) oder – und das ist der Gebrauch des
Begriffes im engeren Sinne – gar nicht wirklich vorhanden sind,
sondern vom anderswie gereizten Gehör fälschlich an das Gehirn gemeldet
werden. Ursachen sind beispielsweise Erkrankungen im Innenohr, aber auch
Blockierungen.
- Tonus, Tension
- Spannung – Spannungs- oder Erregungszustand bei
einem Gewebe, einem Muskel, dem Herzen, einem Blutgefäß oder dem
vegetativen Nervensystem.
- Traktion
- Das Strecken der Körpers, des Rumpfes oder eines Gliedes in
Längsrichtung, meist in Verbindung mit einem Zug oder Druck in
Querrichtung oder einer Drehung. Die Traktion wird beispielsweise beim
Wiedereinrichten von Knochenbrüchen und in der
chirotherapeutischen
Manipulation verwendet.
- Trauma
- Dieses Wort kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „
Wunde
“
oder „Verletzung
“. Allgemein versteht man unter einem
Trauma alles, was den Organismus schädigt. Im engeren Sinne
meint man mit einem Trauma den so entstandenen Schaden. Eine schädigende
Einwirkung auf den Organismus heißt auch traumatisierend. Man
unterscheidet körperliche Traumen, also Verletzungen durch
physikalische und chemische Vorgänge, und psychische (seelische)
Traumen, also Erlebnisse, die nicht richtig verarbeitet werden,
aus dem Bewußtsein verdrängt werden und möglicherweise geistige
Erkrankungen auslösen.
- Trigeminusnerv, Trigeminus, Nervus
trigeminus
- Ein Gesichtsnerv,
der für die Wahrnehmungsreize des Gesichts, der
Nasenhöhlen, Mundhöhlen und der Zähne zuständig ist und die
Kaumuskulatur und die Muskulatur des Mundbodens steuert. Er hat drei Hauptäste.
Der eine, der Nervus mandibularis,
verläuft in mehreren Zweigen im Unterkiefer bis zum Kinn, wo ein Zweig austritt und endet. Der
zweite Ast, der Nervus maxillaris,
liegt mit mehreren Zweigen im Oberkiefer, von denen einer unterhalb des
Auges beiderseits der Nase austritt. Der dritte Ast, der Nervus
ophthalmicus, verzweigt sich oberhalb des Auges, wobei ein
Zweig in der Nase bis zur Nasenspitze reicht und andere Zweige oberhalb
der Nase austreten und die Stirn abdecken.
- Triggerpunkt
- Siehe Auslöserpunkt.
- Tumor
- Geschwulst – Jede abgegrenzte Schwellung des
Körpergewebes. Ein neoplastischer Tumor (Neoplasma,
Blastom) entsteht durch Wucherungen, also durch
unkontrolliertes Wachstum überschüssigen Gewebes. Die neoplastischen
Tumore werden werden in drei Hauptformen unterteilt. Ein gutartiger
Tumor (benignes Neoplasma) wächst normalerweise langsam
und ändern dabei nur seine Größe und verdrängt umliegendes Gewebe, meist
ohne ansonsten das allgemeine Befinden zu beeinflussen verdrängen; auch
bildet er keine Tochtergeschwülste (Metastasen) und entsteht nach der
Behandlung nur selten wieder neu. Ein bösartiger Tumor (Krebs,
malignes Neoplasma, Malignom) hat weitgehend
unreife Zellen (also nicht wie Zellen bestimmter Organe oder Gewebe
ausgeprägt sind), wächst meist rasch und dabei völlig unkontrolliert,
dringt in umliegendes Gewebe ein und zerstört es und kann das
Allgemeinbefinden sehr stark beeinflussen und Tochtergeschwülste bilden,
wenn er die Bahnen für Blut und Lymphe
oder Hohlorgane erreicht. Eine Mischform, der halbbösartige Tumor
(semimalignes Neoplasma) besteht aus weitgehend ausgereiften
Zellen, wie sie in der Haut und im Bindegewebe vorkommen, durchdringt
auch umliegendes Gewebe, bildet aber fast nie Tochtergeschwülste. Neben
dem neoplastischen Tumor gibt es den entzündlichen Tumor – eine auf Flüssigkeitsansammlung zwischen und in den Zellen zurückgehende
Schwellung als eines der klassischen Symptome für eine Entzündung – und
schließlich die Schwellung durch Eiteransammlung, Bluterguß, Wasser- und
Luftansammlung und so weiter.
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- U:
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- Urologe
- Facharzt für Urologie.
- Urologie
- Lehre, wie der Harntrakt aufgebaut ist und funktioniert. Dies umfaßt
die Nieren, die Harnleiter und die männlichen Geschlechtsorgane
einschließlich der Zeugungsfähigkeit.
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- V:
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- Vene, Vena
- Ein zum Herzen zurückführendes Blutgefäß. Weil das Blut darin nicht
unter Druck steht, pulsieren Venen nicht und haben nur eine dünne Wand
aus drei Schichten, die sich bei kleinen Gefäßen kaum noch unterscheiden
lassen. Die Venen des großen Blutkreislaufs haben dunkles,
sauerstoffarmes Blut, das zum rechten Herzvorhof gebracht wird. Die
Venen des kleinen Blutkreislaufs (Lungenkreislaufs) – die
Lungenvenen, Venae pulmonales – bringen hingegen
helles, sauerstoffreiches Blut in den linken Herzvorhof.
- Verrenkung, Luxation, Luxatio
- In der Orthopädie versteht
man unter eine Verrenkung eine Verschiebung der Knochenenden,
aus denen ein Gelenk besteht, aus ihrer normalen, funktionsfähigen
Stellung. Bei einer unvollkommenen Verrenkung (Subluxation)
stehen sich die Gelenkflächen noch teilweise gegenüber, und die
Gelenkskapsel ist überdehnt, und die Bänder sind gezerrt. Bei einer
vollkommenen Verrenkung sind die Gelenkskapsel, Bänder, manchmal
auch Muskeln und Blutgefäße ganz oder teilweise gerissen, und das Gelenk
schwillt an, wobei das Gelenk kaum noch beweglich ist und sich die
Knochen in unnormaler Stellung zueinander befinden.
- In der Chirurgie und
Pathologie meint man mit einer
Verrenkung eine Verschiebung eines Organs in andere Lage, in
der es meistens nicht mehr richtig funktioniert, beispielsweise eine
Verlagerung der Augenlinse. Diese Verlagerung kann angeboren, erworben
oder durch eine Operation herbeigeführt sein.
- Verspannunng
- Eine Verhärtung des Muskels, weil dieser dauernd angespannt ist.
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- W:
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- Wallenbergsyndrom
- Um 1900 beschrieb der Danziger Internist Adolf W. Wallenberg
neurologisches
Syndrom, welches folgende
Hauptsymptome aufweist:
Heftige einseitige Nackenschmerzen, dazu eine meist einseitige
Bewegungsstörungen beziehungsweise Fallneigung zur nicht betroffenen Seite, Schluckbeschwerden,
Sehbehinderung, eventuell Nystagmus,
verwaschene, undeutliche Sprache,
Fehlempfindungen (wie Kribbeln und Pelzigsein), verminderte
Empfindlichkeit (vor allem des Tastsinns) und Lähmungen.
Bei Gefäßstörungen kommen oft
klopfende, pochende Kopfschmerzen hinzu. Es entspricht im Wesentlichen
einem Schlaganfall und entsteht durch eine Verengung der Blutgefäße,
welche das Hirn versorgen, beispielsweise durch Blutgerinnsel. Das
Wallenbergsyndrom ist recht selten. Es kommt nicht nur bei jungen Frauen
vor, sondern kann in jedem Alter auftreten und ist bei Männern deutlich
häufiger. Oft treten bereits einige Wochen vorher Kopf- und
Nackenschmerzen auf. Weil sich das Wallenbergsyndrom noch nicht
ausgebildet hat, gehen die Betroffenen häufig zum
Chirotherapeuten, weil sie
eine Blockierung für die
Ursache halten. Oft wird eine Blockierung gefunden und gelöst, und erst
einige Zeit später tritt dann erkennbar das Wallenbergsyndrom auf. Dies
zeigt sich auch in Studien, wo Wallenbergsyndrome gehäuft nach
chirotherapeutischen
Behandlungen auftraten. Es gibt jedoch keinen
Beweis dafür, daß die Chirotherapie dafür die Ursache wäre, und bei der
heutigen Grifftechnik ist das auch schwer vorstellbar. Besonders durch
ein Wallenbergsyndrom gefährdet scheinen Personen mit einer angeborenen
Bindegewebsschwäche zu sein, doch es gibt praktisch keine Möglichkeit,
das vorab zu erkennen.
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- X:
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- Y:
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- Z:
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- Zerrung, Distorsion, Distorsio
- Eine durch Drehung hervorgerufene, geschlossene Verletzung
eines Gelenks, mit einer kurzzeitigen leichten
Verrenkung, wobei die Bänder
überdehnt oder gar zerrissen werden und es ins Gelenk bluten kann. Auch
der Knorpel und Weichteile können geschädigt werden. Eine Zerrung macht
sich durch örtliche Schwellungen und
Druckschmerz und eine unnormale Beweglichkeit bemerkbar. Es gibt
auch verschiedene Spätschäden, die auftreten können; einer ist das Schlottergelenk oder
Wackelgelenk, also ein zu lockeres Gelenk.
- Zyste
- Eine auch als Kystom bezeichneter Hohlraum im Gewebe mit
flüssigem Inhalt, der durch eine Gewebskapsel abgeschlossen ist, wobei
es nicht darauf ankommt, ob der Hohlraum auch noch in mehrere Kammern
unterteilt ist oder ob der Inhalt dick- oder dünnflüssig ist. Eine
echte Zyste ist sogar mit hautartigen Zellen ausgekleidet, eine
falsche Zyste ist es nicht.
- Bestimmte Einzeller, etwa Parasiten, können eine Form annehmen, die
ebenfalls als Zyste bezeichnet wird.
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