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Blockierungen bei Kindern und Säuglingen und ihre Folgen (KiSS-Syndrom)

Von unseren Redaktionsmitgliedern Dr. med. Emmerich Verderber und Mareli Verderber, Stuttgart

Bereits während des Geburtsvorganges kann es zur Blockierung der Halswirbelsäule kommen. Bemerkt wird die sich daraus ergebende Fehlstellung oft erst viele Jahre später, wenn der Schaden schon angerichtet ist. Doch gibt es einige Symptome, an denen aufmerksame Eltern erkennen können, daß etwas nicht stimmt. Der Säugling hält den Kopf schief und dreht ihn immer zu einer Seite, er schreit oft stundenlang, auch im Schlaf, ist unruhig und bringt damit seine Eltern zur Verzweiflung. Manchmal verformt sich der Kopf durch einseitiges Liegen, erkennbar am einseitigen Haarabrieb. Setzt man den Säugling hin, wenn er etwas älter ist, wird er stets zu einer Seite zusammenrutschen. Später neigen diese Kinder zu Erkältungen, haben oft Mandelentzündungen.

Mit einer winzigen Bewegung kann der erfahrene Therapeut diese Blockierung beheben. Geschieht das nicht, kann es für das Kind weitreichende Folgen haben. Es kann zu Fehlstellungen der Wirbelsäule und einseitigen Hüftreifestörungen kommen. Kopfschmerzen, Konzentrations- und „Kreislaufstörungen“, Migräne und Sehstörungen können ebenso die Folge sein wie das „Schiefe Gesicht“.

Natürlich treten Blockierungen beim Kind auch später noch auf – bei Stürzen, beim Raufen, beim Turnen und bei vielen anderen Gelegenheiten. Beim Kleinkind ist eine Blockierung leichter zu erkennen als beim Säugling. Das Kind kann den Kopf nicht bis zur Schulter drehen, oder es hebt eine Schulter dabei hoch. Setzt man das Kind auf einen Tisch, wird es immer zur gleichen Seite abknicken, es kann nicht gerade sitzen. Oft klagt es über Schmerzen im Fuß, im Knie oder der Hüfte. Früher erklärte man sich diese Beschwerden mit dem Wachstum der Knochen. Meist kann man eine Blockierung auch hören – geht das Kind mit harten Sohlen über einen Fliesenboden, macht es klick-klack und nicht nur klick, wie es richtig wäre. Das gilt selbstverständlich auch für Erwachsene. Eine Fehlstellung ist auch an der Kleidung erkennbar. Wenn ein Hosenbein, meist das linke, länger ist als das andere, der Rock immer „zipfelt“, Streifen am Kleid oder die Knopfleiste schief nach unten zulaufen, dann handelt es sich um die fälschlicherweise so genannte „Beinverkürzung“, die mehrere Zentimeter betragen kann. Da der Körper sehr flexibel ist, gleicht er die Beinlänge beim Gehen durch eine winzige Bewegungsverzögerung des „kürzeren“ Beines aus.

Angeborene Beinverkürzungen sind äußerst selten, nach eigenen, über Jahre durchgeführten Untersuchungen liegen sie unter 1 % der Fälle. Wenn sie nicht durch einen Unfall entstanden sind, handelt es sich immer um eine Blockierung. Deshalb helfen weder Einlagen noch Absatzerhöhungen gegen Schmerzen, unsicheren Gang oder eine schiefe Hüfte, sondern nur die Chirotherapie. Denn die Ursache liegt entweder in einer Blockierung der Halswirbelsäule, der Lendenwirbelsäule oder des Iliosakralgelenkes (Kreuzbein-Darmbein-Gelenks).

Viele Beschwerden vor allem in späteren Jahren können dem Kind durch eine rechtzeitige Chirotherapie erspart werden. Schmerzen, Beinverkürzung und Blockierungen sind mit der Chirotherapie auch beim Erwachsenen noch zu beseitigen. Selbst das „Schiefe Gesicht“ kann sich noch bessern. Und nach jahrelangen Schmerzen und vielen vergeblichen Arztbesuchen plötzlich beschwerdefrei zu sein, ist für die meisten Patienten fast ein Wunder.

(Anmerkung: KiSS steht für „Kopfgelenksinduzierte Symmetriestörung“. Siehe auch KiSS-Syndrom im Wörterbuch der Fachbegriffe.)

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