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Chirotherapeutische Behandlung des Tennisellbogens

Von unseren Redaktionsmitgliedern Dr. med. Emmerich Verderber und Mareli Verderber, Stuttgart

Wie entsteht ein Tennisellbogen?

Der Tennisellbogen im engeren Sinn ist ein Schmerzzustand, der durch ungewohnte einseitige Belastung, bei der Hausarbeit oder beim Heimwerken entsteht. Auch berufliche Zwangshaltungen, wie zum Beispiel Computertätigkeit spielen eine Rolle. Deshalb ist der Name Tennisellbogen eigentlich eine Irreführung, denn das Tennisspiel ist nur zu etwa 5 % der Auslöser.

Wie erkennt man einen „echten“ Tennisellbogen?

Der Arzt löst durch Druck über dem äußeren Oberarmknorren einen Druckschmerz aus. Wenn er das Ellbogengelenk bewegt, ist dieses endgradig schmerzhaft und die Beweglichkeit manchmal leicht eingeschränkt. Den stärksten Schmerz löst die Streckung des Handgelenkes gegen Widerstand bei gestrecktem Ellbogen aus. Auch die Beugung des Handgelenkes gegen die Daumenseite gegen Widerstand und die Fingerstreckung kann zu endgradigen Schmerzen führen.

Die Schmerzen gehen von den Handgelenksstreckern am daumenseitigen Oberarmknorren aus, beim Zufassen treten daher starke Schmerzen auf. Da es sich um einen Überlastungsschaden handelt, ist die Erkrankung zwar unangenehm, aber ungefährlich. In der Regel besteht die Tendenz zur spontanen Ausheilung, und es wird auch oft empfohlen, einfach abzuwarten, wenn die Erstmaßnahmen nicht zum Ziel führen. Allerdings kann die Spontanheilung oft über ein Jahr dauern und das dürfte für die meisten Betroffenen unzumutbar sein. Das bedeutet nämlich, lange Zeit Schmerzen bei täglichen Verrichtungen und bei sportlicher Betätigung zu haben oder ganz darauf verzichten zu müssen.

Denn auch andere Ursachen können zu ähnlichen Beschwerden führen; nicht jeder Schmerz an der Daumenseite des Ellbogens ist ein echter Tennisellbogen. Werden sie übersehen, ist ein schlechtes Behandlungsergebnis vorprogrammiert, und man wartet vergeblich auf die Spontanheilung. Oft erhalten die Betroffenen Cortisoninjektionen am Ellbogen, welche entweder gar nicht oder nur kurze Zeit wirken.

Der „falsche“ Tennisellbogen und seine Ursachen

Gerade bei den ergebnislos behandelten Langzeitbeschwerden liegt in der Regel eine ganze Ursachenkette vor. Ebenfalls mit untersucht und gegebenenfalls behandelt werden müssen darum die Hals- und Brustwirbelsäule, das Schultergelenk und Brustbein-Schlüsselbein-Gelenk, das Schultereckgelenk und das Ellenbogengelenk, sowie das körperferne Speichen-Ellen-Gelenk und das Handgelenk. Wobei die Gelenksuntersuchung im Seitenvergleich erfolgen muß. Die Behandlung nur einer Ursache führt nicht zum Erfolg.

Während eine Erkrankung des Schultergelenkes selbst und eine Arthrose des Ellbogengelenkes selten übersehen wird, geschieht das mit Blockierungen häufig. Blockierungen des Speichenköpfchens führen nämlich auch zu einer Behinderung der Umwendbewegungen des Unterarmes und der Ellbogenstreckung. Das Speichenköpfchen ist druckschmerzhaft, beim An- oder Abspreizen des gestreckten Ellbogens werden meist Schmerzen angegeben.

Da das körperferne Speichen-Ellen-Gelenk an den Umwendbewegungen des Unterarmes beteiligt ist, können Funktionsstörungen dieses Gelenkes, ebenso wie Blockierungen des Handgelenkes ein wesentlicher Störfaktor sein. Blockierungen des Handgelenkes treten nach der Daumen- und Streckseite auf; nach diesen Richtungen besteht dann eine Bewegungseinschränkung. Durch das Blockierungsgeschehen fehlt die Pufferung im Handgelenk, und Krafteinwirkungen treffen ohne Dämpfung auf Muskelansätze und Ellenbogen.

Strahlen die Schmerzen in den Ober- oder Unterarm aus, wechseln sie, nehmen eventuell nachts zu, besteht Kribbeln oder Mißempfindungen, so ist fast mit Sicherheit eine Beteiligung der Wirbelsäule anzunehmen. Meist handelt es sich dabei um Wirbelblockierungen im Bereich der Halswirbelsäule und/oder der Brustwirbelsäule. Auch Blockierungen der ersten vier Rippen können eine Rolle spielen. Diese Blockierungen sind entweder die ausschließliche Ursache oder stellen eine wesentliche Teilursache der Beschwerden dar. Andere Ursachen als Blockierungen sind wesentlich seltener.

Falls Blockierungen die einzige Ursache sind, ist der Betroffene nach der Behandlung durch einen qualifizierten Chirotherapeuten beschwerdefrei. Es ist aber eine Erfahrungstatsache, daß hartnäckige Beschwerden meist an mehreren Gliedern der Ursachenkette behandelt werden müssen. Mehrfachbehandlungen sind häufig erforderlich. Zusätzlich ist oft auch eine Injektionsbehandlung am Ellbogen und meist auch an den Auslöserpunkten (Triggerpunkten) nötig. Wobei meist die Injektion eines Lokalanästhetikums genügt.

Auslöserpunkte sind Muskelschmerzpunkte mit Fernwirkung. Sie sind als stark druckschmerzhafte Muskelverhärtungen tastbar, wobei noch eine zusätzliche Schmerzausstrahlung angegeben wird. Sie finden sich bei diesen Störungen besonders am und um das Schulterblatt.

Es ist also wesentlich, bei hartnäckigen Beschwerden immer auch einen qualifizierten Chirotherapeuten hinzu zu ziehen.

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