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Die akute Schultersteife

Von unseren Redaktionsmitgliedern Dr. med. Emmerich Verderber und Mareli Verderber, Stuttgart

Die akute Schultersteife tritt meist ganz plötzlich und ohne Vorwarnung auf. Der Arm kann nicht mehr hochgehoben werden, und die geringste Bewegung verursacht unerträgliche Schmerzen.

Bei der Untersuchung erweist sich die Schulter unterhalb der Schulterhöhe als stark druckempfindlich, und man kann den Arm nicht seitlich hochheben oder hochheben lassen (das sogenannte eigen- oder fremdtätige Hochheben im Schultergelenk), weil es zu stark in der Schulter schmerzt.

Röntgenologisch findet sich manchmal ein Kalkschatten, meist jedoch nichts Auffälliges. Bei der oft angeschlossenen Ultraschalluntersuchung wird in den meisten Fällen eine Schleimbeutelentzündung diagnostiziert. Möglich sind auch akute Sehnenrisse oder Einengungen, auf die wir hier nicht weiter eingehen, weil sie meist operiert werden.

Ausgehend von der Erkenntnis, daß Schleimbeutelentzündungen an der Schulter sehr häufig mit Blockierungen der Hals- und Brustwirbelsäule kombiniert auftreten, sollte nun chirotherapeutisch untersucht werden.

Die übliche Behandlung mit Cortisoninjektionen wirkt oft entweder gar nicht oder nur kurze Zeit, und es kann zur chronischen Schultersteife mit lang andauernden Schmerzen und erheblicher Bewegungseinschränkung im Schultergelenk kommen.

Bei einer chirotherapeutischen Untersuchung finden sich oft Blockierungen der unteren Halswirbelsäule und der oberen Brustwirbelsäule, sowie der ersten Rippe. Es ist immer wieder überraschend, welch dramatische Besserung allein durch Lösung dieser Blockierungen eintritt. Oft müssen auch noch Blockierungen am Schlüsselbein-Brustbein-Gelenk und am unteren Schultereckgelenk gelöst werden, und auch das Schultergelenk selbst wird beweglicher, wenn es chirotherapiert wird.

Noch bestehende Muskelschmerzpunkte können auch noch ausstrahlende Schmerzen verursachen, was sich durch örtliches Einspritzen (lokale Infiltration) eines Lokalanästhetikums lindern läßt.

Liegt eine zusätzliche Schleimbeutelentzündung vor, dann ist auch eine einmalige Cortisoninjektion sinnvoll und äußerst wirksam.

Ein Fallbeispiel

Eine Patientin leidet seit dem Vortag unter starken Schmerzen in der rechten Schulter, die sie nicht bewegen kann. Bei der Untersuchung sind nur kleine Wackelbewegungen möglich. und es zeigt sich ein sehr starker Druckschmerz an dem unter der Schulterhöhe gelegenen Schleimbeutel. Außerdem bestehen Blockierungen an der unteren Halswirbelsäule, der oberen Brustwirbelsäule und der ersten Rippe, die gelöst werden. An den Muskelschmerzpunkten wird ein Lokalanästhetikum injiziert, darauf lassen die Schmerzen nach.

Auch am nächsten Tag wird die Patientin chirotherapeutisch behandelt, da sich wieder einige Blockierungen gebildet hatten, und lokal infiltriert.

Am dritten Tag sind keine Blockierungen mehr vorhanden, aber noch eine starke Bewegungseinschränkung am rechten Schultergelenk und starker Druckschmerz über dem Schleimbeutel. Daher wird Cortison in den Schleimbeutel injiziert. Einige Stunden später ist die Patientin weitgehend beschwerdefrei.

Zwei Tage später ist die Schulter frei beweglich und die Patientin schmerzfrei. Nach einer Woche nimmt sie ihre normalen sportlichen Aktivitäten wieder auf.

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