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Vorurteile gegen die Chirotherapie, die wir immer wieder hören

Von unseren Redaktionsmitgliedern Dr. med. Emmerich Verderber und Mareli Verderber, Stuttgart

1. Vorurteil: „Chirotherapie darf nicht mehrmals gemacht werden, weil sonst etwas ausleiert!

Was soll da eigentlich ausleiern? Es kann sich doch nur um die kleinen Wirbelgelenke handeln. Deren Beweglichkeit wird durch den Kapsel-Band-Apparat begrenzt, und weiter läßt sich das Gelenk nicht bewegen. Die winzige Einwirkung bei der Chirotherapie steht in keinem Verhältnis zu einer einfachen Zerrung, zum Beispiel am Fußgelenk, und selbst danach leiert dieses nicht aus.

Ausgedehnte wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen diesen ohnehin logischen Sachverhalt.

2. Vorurteil: „Nach mehr als drei Chirotherapien fällt der Kopf herunter!

Diese Behauptung ist natürlich völlig falsch. Es stimmt, daß manchmal die Patienten nach Behandlungen der Halswirbelsäule einen Moment das Gefühl haben, den Kopf nicht richtig halten zu können. Dies ist aber nicht auf Ausleiern oder Überdehnen zurückzuführen, sondern auf die Entspannung der vorher verspannten Muskulatur.

Es stimmt auch nicht, daß wiederholte Chirotherapien schädlich sind. Bei Beschwerden, die lange bestanden, dauert auch meist die Behandlung länger, weil sich der Körper erst an die neue Situation gewöhnen muß.

3. Vorurteil: „Chirotherapie ist gefährlich!

Es gibt überhaupt keine Behandlung ohne Risiko. Aber im Verhältnis zu einer medikamentösen Behandlung gehört die Chirotherapie zu den sichersten Behandlungsmethoden. Eine amerikanische Studie zeigt im Vergleich zwischen dem bei uns am meisten verschriebenen Rheumamittel und der Chirotherapie ein 400fach höheres Risiko durch das Medikament.

Äußerst selten können Lähmungen und Todesfälle vorkommen. Dabei handelt es sich entweder um einen Behandlungsfehler oder um das Zusammentreffen mehrerer unglücklicher Umstände. Es ist daher ganz wichtig, sich nur in die Behandlung eines guten Chirotherapeuten zu begeben. Chirotherapeuten sind immer Ärzte, die eine vorgeschriebene Weiterbildung mit Prüfung gemacht haben, im Gegensatz zu Chiropraktikern, deren Ausbildung nicht so streng geregelt ist. Zu den unglücklichen Umständen zählen nicht erkennbare krankhafte Gefäßveränderungen, die auch ohne Chirotherapie zu Schlaganfällen oder zum Tod führen können.

(Siehe auch: Komplikationen bei der Chirotherapie.)

4. Vorurteil: „Ich habe mir einen Nerv eingeklemmt. Ich habe mir einen Wirbel ausgerenkt!

Bei einer Blockierung wird kein Nerv eingeklemmt. Das passiert höchstens, wenn der Nerv durch irgend etwas gedrückt wird, etwa bei einem unglücklich gelagerten Bandscheibenvorfall.

Einrenken“ und „Ausrenken“ sind falsche Begriffe in der Chirotherapie. Ein Wirbel kann höchstens durch einen Unfall ausgerenkt werden, und dann ist es kein Fall für einen Chirotherapeuten. Bei der Chirotherapie wird nicht eingerenkt, sondern eine Blockierung der kleinen Wirbelgelenke gelöst. Das gilt auch für alle anderen Gelenke im Körper, die ebenfalls blockieren können.

5. Vorurteil: „Rückenschmerzen sind psychisch bedingt und müssen deshalb mit Psychopharmaka behandelt werden.

Umgekehrt wird auch ein Schuh daraus. Ein Mensch, der Jahre lang an Schmerzen leidet, von einem Arzt zum anderen geht und dem nirgends geholfen wird, bekommt natürlich Depressionen. Da helfen auch keine Tabletten. Nach einer erfolgreichen Chirotherapie ist auch die Psyche wieder in Ordnung.

Es gibt allerdings auch Verspannungen, die psychische Ursachen haben. Sie entstehen durch Probleme im persönlichen Bereich oder im Beruf. Hier helfen oft schon Entspannungsübungen oder ein klärendes Gespräch und eventuell auch eine psychotherapeutische Behandlung.

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